Konjunktur Industrie sammelt Großaufträge ein

Mit Hilfe der Bundeswehr setzt die deutsche Industrie ihren Erholungskurs fort. Die Zahl der Bestellungen stieg laut amtlicher Statistik im Juli deutlich, was Hoffnung auf den Aufschwung nährt. Allerdings klafft im Jahresvergleich immer noch eine riesige Lücke.

Berlin - Die Firmen sammelten bereinigt um saisonale Schwankungen und Preisveränderungen im Juli 3,5 Prozent mehr Aufträge ein als im Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Montag mitteilte. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt lediglich mit einem Plus von 2 Prozent gerechnet.

Damit entferne sich der Auftragseingang weiter von seinen Tiefstständen, die zu Jahresbeginn erreicht wurden, erklärte das Ministerium. "Auf der Grundlage der deutlich gestiegenen Aufträge dürfte auch die Industrieproduktion im dritten Quartal erstmals wieder zulegen."

Großaufträge beflügelten nach Ministeriumsangaben vor allem die Nachfrage aus dem Inland, die um 10,3 Prozent nach oben schnellte. Grund dafür ist nach Angaben des Statistischen Bundesamtes eine Bestellung von Kampfwagen und anderen militärischen Erzeugnissen: Die Bundeswehr kaufte im Juli 405 Schützenpanzer vom Typ "Puma" im Wert von insgesamt 3,1 Milliarden Euro. Kunden aus dem Ausland orderten dagegen 2,3 Prozent weniger als im Vormonat.

Besonders gefragt waren Vorleistungsgüter wie Verpackungen und Chemiefasern mit einem Plus von 5,2 Prozent. Bei Investitionsgütern wie Maschinen und Fahrzeugen gab es ein Plus von 3,2 Prozent, obwohl die Nachfrage nach Autos mit dem Auslaufen der Abwrackprämie wieder nachgab. Konsumgüterhersteller verzeichneten dagegen ein Minus von 1,5 Prozent.

Im weniger schwankungsanfälligen Zweimonatsvergleich Juni/Juli zum April/Mai stiegen die Aufträge um 7,8 Prozent. Das Neugeschäft liegt aber immer noch deutlich unter dem Niveau des Vorjahres: Zum Juli 2008 gab es ein Minus von 19,8 Prozent.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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