Wochenausblick Keine großen Sprünge

Die Bären könnten auch in der neuen Woche die Marschrichtung am Aktienmarkt bestimmen. Strategen sind vorsichtig und gehen davon aus, dass deutliche Kursgewinne des Dax auf kurze Sicht nicht zu erwarten seien. Der Fokus der Anleger wird sich zunächst auf Konjunkturdaten richten.

Frankfurt am Main - "Die Konsolidierung könnte weitergehen. Die Zeichen stehen auf Durchatmen, aber ich glaube auch nicht, dass es eine nennenswerte Korrektur geben wird", sagte Helaba-Marktstratege Markus Reinwand.

Jörg Rahn vom Vermögensverwalter Marcard, Stein & Co verweist darauf, dass der Markt technisch angeschlagen sei. "Außerdem stehen in der neuen Woche wenig Daten an, was eher für eine Bewegung nach unten spricht", erläutert er. "Denn die Optimisten wurden zuletzt vor allem von guten Konjunkturdaten unterstützt."

In Ermangelung herausragender Unternehmenstermine sollten vor allem Konjunkturdaten ins Blickfeld treten. Am Dienstag steht aus Deutschland der Auftragseingang der Industrie für Juli an. Nach einem Anstieg von 4,5 Prozent im Vormonat rechnen von Reuters befragte Analysten im Schnitt mit einem Plus von 2,0 Prozent - "was in normalen Zeiten eine sehr gute Zahl wäre, nach den kräftigen Zuwächsen der Vormonate aber enttäuschen könnte", wie Commerzbank-Experte Ralph Solveen erläutert.

Strategen halten die längerfristigen Aussichten für den Dax gut

Aus den USA wird für Mittwoch der Konjunkturbericht "Beige Book" der US-Notenbank (Fed) erwartet. Die Währungshüter dürften kaum um die Feststellung umhinkommen, dass sich die Anzeichen einer konjunkturellen Erholung mehren, prognostizierten die Volkswirte der Postbank. Am Donnerstag steht zudem die US-Handelsbilanz an, am Freitag der an den Märkten vielbeachtete Index des Verbrauchervertrauens der Universität Michigan.

Über die kommenden Wochen hinaus sind Aktienstrategen optimistisch für die weitere Entwicklung des Dax. Kursverluste könnten dafür genutzt werden, um schließlich Positionen aufzubauen, sagte Reinwand. "Es ist derzeit nicht so, dass alle die Taschen voll haben mit Aktien, und deswegen entsteht der Druck anzulegen."

DZ-Bank: Freier Fall der Gewinnschätzungen ist gestoppt

Die Aktienexperten von der DZ Bank haben ihr Dax-Kursziel für die kommenden zwölf Monate auf 6500 Punkte angehoben, zum jetzigen Stand wäre das ein Plus von rund 20 Prozent. Zur Begründung heben die Experten der DZ Bank hervor, dass sich die makroökonomischen Daten inzwischen sehr deutlich verbessert hätten und sich ein Ende der Rezession abzeichne. "Auch der freie Fall der Gewinnschätzungen ist gestoppt. Infolge der Konjunkturstabilisierung und sinkender Kosten dürften sich nun eine Bodenbildung und der Beginn eines neuen Zyklus bei den Unternehmensgewinnen anschließen", schreiben die Experten in ihrem wöchentlichen Kommentar.

Auf Unternehmensseite stehen kaum Termine an. Die Verkehrszahlen von Lufthansa , Fraport  und Air Berlin könnten den Luftfahrtsektor etwas stärker in den Vordergrund rücken. Rückversicherer wie die Münchener Rück  sollten sich Anleger ebenfalls auf die Beobachtungsliste setzen. In Monte Carlo treffen sich Branchenvertreter aus aller Welt. Die Tagung dauert bis Donnerstag.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters