Deutsche Bank Rekordergebnis, aber hohe Kosten

Rund zwei Milliarden Euro Jahresüberschuss hatten die Analysten für 1999 erwartet, die Bank schaffte noch 600 Millionen mehr. Ein Rekordergebnis, das durch stark gestiegene Kosten etwas getrübt wird.

Frankfurt - Die Deutsche Bank hat im vergangenen Jahr ein Rekordergebnis erzielt und dabei vor allem im Investmentbanking mehr verdient. Eine Million Euro kam zusätzlich durch Verkauf von Allianz-Aktien in die Kasse.

Der vorläufige Jahresüberschuss sei um knapp 50 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro gestiegen, teilte die Deutsche Bank mit. Damit lag der Branchenprimus leicht über den Erwartungen der Analysten. Das Handelsergebnis kletterte den Angaben zufolge um 170 Prozent auf rund 4,8 Milliarden Euro. Mit dem Ertragsanstieg sind aber auch die Kostenpositionen gewachsen.

Der Verwaltungsaufwand sei um 55 Prozent gestiegen, hieß es dazu weiter. Dieser Anstieg sei bestimmt durch das Wachstum des Geschäfts und die Erstkonsolidierung des US-Investmenbank Bankers Trust (BT). Dabei hatte die Vorstandschef Breuer hochrangige BT-Mitarbeiter mit Millionensummen abgefunden.

Die Maßnahmen zur Kosteneinsparung und Strukturverbesserung wirkten dabei gegenläufig. Für die Integration von BT und die Abspaltung des Privatkundengeschäftes in die Marke "Deutsche Bank 24" seien knapp 900 Millionen Euro aufgewendet worden.

Vor Restrukturierungsaufwand und vor Steuern stieg der Gewinn den Angaben zufolge um 23 Prozent auf 5,0 Milliarden Euro. Zur erfreulichen Geschäftsentwicklung habe die Integration von BT beigetragen, wodurch vor allem der Provisionsüberschuss begünstigt worden sei. Dieser wuchs den Angaben zufolge um mehr als 50 Prozent auf 8,1 Milliarden Euro. Die Dividende soll wie bereits früher bekannt gegeben auf 1,15 (1,12) Euro je Aktie angehoben werden.

Analysten werteten das Ergebnis in einer ersten Reaktion positiv. "Beim Jahresüberschuss liegt die Deutsche etwas besser als erwartet. Das dürfte an der niedrigen Steuerquote liegen", sagte Georg Kanders, Bankanalyst von der West LB. Der Anstieg beim Handelsergebnis seien schon "gigantisch". "Aber auch der Kostenanstieg ist extrem", sagte Kanders.