Übernahme Disney kauft Marvel

Micky Maus holt sich Spider-Man an die Seite: Der Unterhaltungsriese Walt Disney will für vier Milliarden Dollar den Comic-Konzern Marvel übernehmen. Damit erhält Disney Zugriff auf die mehr als 5000 Figuren des Verlags, die inzwischen auch im Kino und auf DVD zu Superhelden des Gewinns geworden sind.

New York - Walt Disney  soll mit der Übernahme die Rechte für alle mehr als 5000 Marvel-Figuren wie Spider-Man, Iron Man oder die X-Men bekommen, teilten die Unternehmen am Montag mit. Marvel-Aktien legten nach der Ankündigung um mehr als 25 Prozent zu. Titel von Disney gaben um knapp 3 Prozent nach. Marvel war in den vergangenen Jahren neben dem angestammten Comic-Geschäft vor allem mit Filmversionen erfolgreich, die meist mehrere hundert Millionen Dollar pro Streifen einspielen.

Gerade im Filmgeschäft dürfte es aber noch dauern, bis Disney von den bekanntesten Marvel-Figuren richtig profitieren kann: Der Comicverlag war bereits Produktionspartnerschaften mit großen Hollywood-Studios eingegangen. Diese Kooperationen werden bis zum Auslaufen fortgesetzt, betonte Disney in einer Telefonkonferenz. Das bedeutet, dass die Spider-Man-Filme vorerst weiterhin von Sony herausgebracht werden, die X-Men-Streifen von dem Konkurrenten 20th Century Fox und die Iron-Man-Fortsetzungen von Paramount.

Der Disney-Konzern will mit der Marvel-Übernahme eine Lücke schließen: Während mit der Serie Hannah Montana ein riesiger Erfolg bei Mädchen gelang, hat der Konzern die Zielgruppe der Jungs bisher deutlich schlechter im Griff. Nicht zu unterschätzen ist auch die Möglichkeit, neue Attraktionen mit den Marvel-Helden für die Disney-Freizeitparks zu entwickeln. Marvel bekommt mit der Übernahme den Zugriff auf die Disney-Vermarktungsmaschine, mit der noch mehr Fanartikel verkauft werden können.

Marvel ist der erste große Zukauf von Disney nach dem Erwerb des Animationsstudios Pixar  (Toy Story, Findet Nemo) von Apple-Chef Steve Jobs. Mit der Übernahme für 7,4 Milliarden Dollar in Disney-Aktien zog Jobs als Großaktionär in den Verwaltungsrat des Unterhaltungsriesen ein und die Pixar-Kreativen besetzten führende Positionen in Disneys Trickfilmsparte.

Für die Marvel-Aktionäre bedeutet das Angebot im Wert von 50 Dollar je Anteilsschein einen Aufpreis von mehr als 29 Prozent auf den Schlusskurs vom Freitag. Sie sollen pro Marvel-Aktie 30 Dollar in bar sowie 0,745 Disney-Aktien bekommen. Dem Deal müssen noch die Marvel-Aktionäre zustimmen. Der bisherige Marvel-Chef Ike Perlmutter soll den Comicverlag auch im Disney-Konzern weiterbetreuen.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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