Kaum Wettbewerb Gaskunden zahlen 90 Euro zu viel

Trotz zum Teil erheblicher Preissenkungen zahlen Gaskunden in Deutschland noch viel zu viel. Im Schnitt seien dies 90 Euro pro Haushalt, heißt es in einer Studie. Die Versorger strichen damit in diesem Jahr einen Mehrerlös von rund einer Milliarde Euro ein.

Essen - Die Gasversorger in Deutschland kassieren von ihren Kunden im Jahr pro Haushalt durchschnittlich 90 Euro zu viel. Zu diesem Ergebnis kommt nach einem Bericht der WAZ-Gruppe eine Studie im Auftrag der Grünen-Bundestagsfraktion. Danach geben die Energieunternehmen in diesem Jahr Preissenkungen nur zu zwei Dritteln weiter. Laut Studie hätten die Preise auf das gesamte Jahr gerechnet um 27 Prozent sinken müssen. Tatsächlich aber werde Gas in 2009 nur um 20 Prozent günstiger.

Die zu Unrecht einbehaltenen Einnahmen bescherten den Versorgern Mehrerlöse von knapp einer Milliarde Euro im Jahr, kritisiert das Gutachten. Die Studie stützt sich auf bundesweite Daten des Verbraucherportals Verivox. Aktuell angekündigte Preissenkungen seien eingerechnet.

Bundesweiter Spitzenreiter bei den Preissenkungen sind danach die Gaswerke Illingen im Saarland (minus 37 Prozent). Im Vergleich der Bundesländer profitierten die Thüringer mit nur minus 13 Prozent am wenigsten von den Nachlässen.

Ein Grund für die zu hohen Preise sei der mangelnde Wettbewerb auf dem Gasmarkt, kritisiert die Studie. Die Grünen fordern als Konsequenz mehr Konkurrenz auf dem Markt: "Viele Kunden zahlen immer noch zu viel für ihr Gas, weil die Bundesregierung ähnlich wie beim Strommarkt die Auseinandersetzung mit den großen Platzhirschen scheut", sagte Jürgen Trittin, Spitzenkandidat für die Bundestagswahl der Zeitung. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft will die Vorwürfe prüfen.

manager-magazin.de mit Material von ddp

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