Bauzulieferer Pfleiderer rutscht in rote Zahlen

Der Möbel- und Bauzulieferer Pfleiderer hat im zweiten Quartal einen Verlust von knapp drei Millionen Euro eingefahren. Unternehmenschef Hans Overdiek sieht aber bereits erste Anzeichen einer Stabilisierung - allerdings erst für das nächste Jahr.

München/Neumarkt - Der Holzverarbeiter Pfleiderer  ist im zweiten Quartal in die Verlustzone gerutscht. Der Fehlbetrag belief sich auf 2,9 Millionen Euro, wie das bayerische Unternehmen am Montag mitteilte. Im Vorjahreszeitraum wurde noch eine schwarze Null erreicht.

Dennoch übertraf Pfleiderer die Erwartungen der Analysten, die im Schnitt einen Verlust von 16,9 Millionen Euro prognostiziert hatten. Zugute kam dem Möbel- und Bauzulieferer ein Einmaleffekt aus der Aktivierung latenter Steuern aus Verlustvorträgen bei der Tochtergesellschaft Pergo. Daraus resultierte nach Unternehmensangaben ein Steuerertrag von 7,9 Millionen Euro.

Jetzt sieht das Unternehmen nach seinem Verlust im zweiten Jahresviertel erste Anzeichen für eine Stabilisierung. Der Geschäftsverlauf im zweiten Quartal und zu Beginn des dritten Quartals habe sich nicht verschlechtert, schrieb Unternehmenschef Hans Overdiek in einem Brief an seine Aktionäre am Montag. Es deute sich vielmehr eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau an. Dabei hätten sich die Regionen recht unterschiedlich entwickelt. Eine konkrete Prognose für das Gesamtjahr 2009 wagte Overdiek weiterhin nicht. Die Aktie gab am Vormittag um 6,7 Prozent auf 6,28 Euro nach.

Der Pfleiderer-Chef rechnet auch in der zweiten Jahreshälfte mit einer unverändert schwierigen Geschäftslage. In früheren Aussagen hatte er einen Verlust für 2009 ausdrücklich nicht ausgeschlossen. Eine Belebung der Weltkonjunktur und damit auch für das Pfleiderer-Geschäft erwartet der Unternehmenschef für den späteren Verlauf des Jahres 2010.

Der Wirtschafts- und Finanzkrise ist Pfleiderer bereits mit einem Sparprogramm begegnet. Bis Ende des Jahres will das Unternehmen aus dem oberpfälzischen Neumarkt die Kosten um mindestens 80 Millionen Euro senken. Bereits im ersten Halbjahr sei mehr als die Hälfte davon realisiert worden. Ende Juni beschäftigte Pfleiderer 5620 (Vorjahr: 5861) Mitarbeiter.

Der im MDax notierten Gesellschaft macht vor allem ein Nachfrageeinbruch in West- und Osteuropa zu schaffen. Hinzu kommen die Schwäche des polnischen Zloty und des russischen Rubel.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

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