RWE-Zahlen Weniger Umsatz, mehr Gewinn

Das erste Halbjahr hat dem Energiekonzern RWE zwar sinkende Umsätze beschert, aber auch einen Gewinnanstieg. Außerdem bekräftigte der Konzern seine Prognose. Experten urteilen, die Zahlen seien "einen Tick besser als erwartet".

Essen - Der Energiekonzern RWE  hat im ersten Halbjahr bei leicht gesunkenem Umsatz einen Anstieg der Gewinne im Rahmen der Erwartungen verzeichnet. Der zweitgrößte deutsche Versorger bekräftigte zudem am Donnerstag die Prognose für das Gesamtjahr. Die Wirtschaftskrise machte sich vor allem in niedrigerem Absatz von Strom und Gas bemerkbar.

Der Umsatz fiel den Angaben zufolge in den ersten sechs Monaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,4 Prozent auf 24,4 Milliarden Euro. Währungsbereinigt habe sich ein leichter Anstieg gezeigt. Der Stromabsatz des Dax-Konzerns  sank um 11,4 Prozent, der Gasabsatz schrumpfte um 8,3 Prozent, was RWE auch mit der niedrigeren Nachfrage der Industriekunden begründete.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) wuchs den Angaben zufolge von 4,9 Milliarden Euro auf 5,1 Milliarden Euro, das betriebliche Ergebnis stieg von 3,9 Milliarden Euro auf 4,1 Milliarden Euro. Das um Sondereffekte bereinigte Nettoergebnis stieg um 4,7 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro. Der Konzern bekräftigte seine Prognose. Danach sollen Ebitda, betriebliches Ergebnis und Nettoergebnis 2009 auf Vorjahreshöhe liegen.

Die Halbjahreszahlen von RWE sind einer ersten Händlereinschätzung vom Donnerstag zufolge "einen Tick besser als erwartet" ausgefallen. Dies könnte dem Kurs der Aktie Auftrieb geben. "Der Geschäftsbericht hört sich gut an, aber nicht so gut wie gestern der von Konkurrent Eon", schränkte der Börsianer ein.

Der Konzern hält dabei an seinem Zeitplan für Übernahme des niederländischen Versorgers Essent fest und will die Transaktion weiter in diesem Quartal abschließen. 100 Prozent der Essent-Anteilseigner hätten dem Verkauf inzwischen zugestimmt, teilte RWE am Donnerstag mit. Die Genehmigung der RWE-Kommission liegt seit Ende Juni vor. Offen ist allerdings noch, ob RWE auch die Essent-Anteile am Atomkraftwerk Borssele übernehmen kann.

Dagegen läuft derzeit eine Klage vor einem niederländischen Gericht. In den Statuten der Betreibergesellschaft ist festgelegt, dass die Kontrolle über das Kernkraftwerk zu 100 Prozent in öffentlicher Hand bleiben muss. Essent gehört bislang niederländischen Kommunen. Eine Lösung für diesen Streitpunkt werde vorbereitet werde, teilte RWE nun mit. Die Essent-Übernahme lässt sich RWE 9,3 Milliarden Euro kosten.

manager-magazin.de mit Material von ddp und dpa

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