Luftfahrt Fluggesellschaften im Auftrieb

Air Berlin und Easyjet haben ihre Wirtschaftslage besser im Griff. Während die zweitgrößte deutsche Fluglinie Air Berlin ihre Rentabilität steigern konnte, hatte Easyjet zuletzt wieder mehr Passagiere als im Vormonat an Bord. Überstanden ist die Krise aber noch nicht: Der Flughafenbetreiber Fraport muss nochmals sparen - mangels Aufträgen der Fluglinien.

Frankfurt am Main - Der Beginn der Urlaubszeit hat die Geschäfte der krisengeplagten Fluggesellschaften angekurbelt. Nach British Airways  und Ryanair  meldete am Donnerstag auch der Billigflieger Easyjet  ein Passagierplus für Juli.

Bei der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft Air Berlin  schrumpfte die Zahl der Fluggäste zwar weiterhin auf gut 2,8 Millionen, der Rückgang fiel mit 3,3 Prozent aber deutlich geringer aus als in den Vormonaten. Die Erlöse pro Sitzplatzkilometer, ein wichtiger Gradmesser für die Rentabilität im Passagiergeschäft, legten um knapp 6 Prozent auf 6,2 Cent zu.

Fluggesellschaften macht weltweit das Ausbleiben zahlungskräftiger Geschäftsreisender zu schaffen. Bei vielen Airlines waren die Erlöse im zweiten Quartal daher deutlich eingebrochen. Lediglich Billigflieger konnten die Rückgänge in Grenzen halten - sie profitierten von der Abwanderung der Kundschaft zu günstigeren Anbietern. Das traditionell starke Geschäft zur Hauptreisezeit im Sommer verschafft den Airlines nun eine Atempause. Mit Easyjet flogen im Juli knapp 4,7 Millionen Passagiere, 4,3 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

Die Auslastung der Maschinen legte um einen Prozentpunkt auf 90,3 Prozent zu. Die Zahlen wurden auch an der Börse honoriert. Die Papiere von Air Berlin und Easyjet legten am Donnerstag jeweils um mehr als 2 Prozent zu.

Die kriselnde Fluggesellschaft British Airways hatte sich am Mittwoch nach einem leichten Passagierplus auch für die kommenden Monaten zuversichtlich gezeigt und rechnet mit weiteren Zuwächsen und einer besseren Auslastung ihrer Maschinen. Auch der größte europäische Billigflieger Ryanair konnte seinen Wachstumskurs fortsetzen und verbuchte im Juli ein Passagierplus von 19 Prozent.

Noch nicht angekommen ist die leichte Lagebesserung dagegen bei dem Flughafenbetreiber Fraport . Das Frankfurter Unternehmen reagiert deshalb mit einem Sparprogramm. Über Stellenstreichungen und den Abbau von Überstunden und Leiharbeit will der Konzern im laufenden Jahr mindestens 20 Millionen Euro sparen, wie Fraport am Donnerstag mitteilte. Im ersten Halbjahr sanken die Kosten bereits um 15 Millionen Euro. Das Sparprogramm soll angesichts des schwachen Passagier- und Frachtgeschäfts einen Teil des befürchteten Gewinnrückgangs ausgleichen. Von Januar bis Juni ging die Zahl der Passagiere konzernweit um 6 Prozent auf 32,8 Millionen zurück.

manager-magazin.de mit Material von reuters