Zweites Quartal Finanzkrise lässt Swiss Re nicht los

Der Rückversicherer Swiss Re ist im zweiten Quartal wegen milliardenschwerer Abschreibungen wieder in die roten Zahlen gestürzt. Dank steigender Preise im Rückversicherungsgeschäft zeigt sich Konzernchef Stefan Lippe aber zuversichtlich für die weitere Geschäftsentwicklung.

Zürich - Der Schweizer Rückversicherungskonzern Swiss Reinsurance  hat das zweite Quartal entgegen den Analystenerwartungen mit einem Verlust von 381 Millionen Franken (250 Millionen Euro) abgeschlossen. Analysten hatten im Schnitt mit 139 Millionen Franken Quartalsgewinn gerechnet.

Soliden operativen Erträgen im Kerngeschäft standen Bewertungsverluste auf Absicherungsgeschäfte und Wertberichtigungen gegenüber, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Im entsprechenden Vorjahresquartal hatte Swiss Re noch einen Gewinn von 564 Millionen Franken erzielt.

Die Nummer zwei der Branche war 2008 tief in die roten Zahlen gerutscht, weil sie sich mit neuartigen Finanzprodukten verspekuliert hatte, und musste sich vom US-Investor Warren Buffett frisches Kapital besorgen. Die Unternehmensführung wurde ausgewechselt und der neue Konzernchef Stefan Lippe rief die Rückbesinnung auf das angestammte Rückversicherungsgeschäft aus.

Branchenprimus Münchener Rück hatte am Dienstag nach einem unerwartet starken Gewinnplus im zweiten Quartal für das gesamte Jahr einen deutlichen Gewinnanstieg auf rund 2,5 Milliarden Euro in Aussicht gestellt.

Zwei Milliarden Franken Abschreibungen und Bewertungsverluste

Swiss Re verbuchte im Zeitraum April bis Juni erneut gut 2,1 Milliarden Franken Bewertungsverluste auf Unternehmensanleihen und Wertberichtigungen. Die verdienten Prämien erhöhten sich im Berichtsquartal gegenüber dem Vorjahr leicht um 1 Prozent auf 6,2 Milliarden Franken, wobei die größten Sparte Sachversicherung rentabler war. Die entsprechende Kennzahl, der Schaden-Kosten-Satz, sank um 0,6 Prozentpunkte auf 89,4 Prozent.

Swiss Re setzt offenbar höhere Preise durch

Steigende Preise im Rückversicherungsgeschäft stimmen Swiss-Re-Konzernchef Stefan Lippe zuversichtlich für die weitere Geschäftsentwicklung. "Die zugrunde liegenden operativen Trends stimmen uns zuversichtlich", sagte Swiss-Re Chef Lippe. Bei der jüngsten Erneuerung von Rückversicherungsverträgen zum 1. Juli konnte das Unternehmen nach eigenen Angaben um 4 Prozent höhere Preise durchsetzen. Eine Gewinnprognose für 2009 wagte der Vorstand allerdings nicht. Die Schwankungen an den Finanzmärkten und die inzwischen konservativere Anlagestrategie könnten das Ergebnis belasten, hieß es lediglich.

Kostensenkungen laufen besser als geplant

2009 dürften die Kosteneinsparungen 150 Millionen Franken übersteigen und damit über Plan liegen, teilte der Konzern weiter mit. Swiss Re strebt bis Ende 2010 Kosteneinsparungen von 400 Millionen Franken an. Die Kapitalausstattung soll für ein AA-Rating ausreichen. Ende Juni lag das Kapital, so Swiss Re, um 4,5 Milliarden Franken über dem dafür erforderlichen Niveau. Das Eigenkapital lag bei 23,8 Milliarden Franken. Die Solvenz-Quote, eine Kennzahl dafür, wie gut die Zahlungsverpflichtungen mit Eigenmitteln unterlegt sind, betrug 186 Prozent.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa

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