Umtauschanleihe Escada bessert Rettungsplan nach

Der Luxusmodekonzern Escada ist seinen Anleihegläubigern nochmals entgegengekommen, um sein Überleben zu sichern. Sie sollen für einen Verzicht auf 80 Prozent des Anleihewertes nun zusätzlich Escada-Aktien bekommen, um von der erhofften Kurserholung zu profitieren. Auch die Annahmefrist für das Umtauschangebot wurde verlängert.

München - Je alter Schuldverschreibung im Nennwert von 1.000 Euro sollen die Gläubiger zusätzlich zehn Escada-Aktien erhalten. Die bis zu zwei Millionen Aktien stammen primär aus Beständen der Großaktionäre - der Tchibo-Eigentümerfamilie Herz, des russischen Investors Rustam Aksenenko, des spanischen Investors Bestinver und des Vorstands.

Die Annahmefrist für das Umtauschangebot verlängert sich damit bis zum 11. August. Eigentlich sollte es am 4. August auslaufen. An der Börse sorgte die Ankündigung für Hoffnung. Escada-Aktien  legten am Mittwoch um 13 Prozent auf 2,62 Euro zu.

Die Anlegerschützer der SdK, die sich zum Anwalt der Gläubiger gemacht und die Umtauschofferte abgelehnt hatten, überlegen noch, ob sie ihre Meinung nun revidieren. "Das ist schon einmal ein positives Signal", sagte der SdK-Vorsitzende Klaus Schneider der Nachrichtenagentur Reuters. Eine Entscheidung solle bis Donnerstag fallen.

Sollte die Umschuldung der 200-Millionen-Euro-Anleihe nicht gelingen, droht Escada sofort die Insolvenz, wie Vorstandschef Bruno Sälzer immer wieder betont hatte. An die Zustimmung der Gläubiger haben die Großaktionäre ihre Bereitschaft zu einer Kapitalerhöhung von rund 29 Millionen Euro geknüpft, die Escada retten soll.

Die Anleihegläubiger haben das Umtauschangebot bisher eher zögernd angenommen. Der Konzern hatte zuletzt eine Zustimmungsquote von 37 Prozent der Gläubiger gemeldet. Die SdK hatte sich Finanzkreisen zufolge mit den Inhabern von mehr als 20 Prozent der Schuldtitelinhaber verbündet.

Das Umtauschangebot ist an eine Annahmequote von mindestens 80 Prozent gebunden. Escada hatte die Offerte bereits leicht aufgestockt und verlängert.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa