VW-Optionen Fünf Milliarden Buchverlust für Porsche

Wie gewonnen, so zerronnen: Wenn Porsche wie geplant demnächst seine VW-Optionen verkauft, lösen sich für den Sportwagenbauer Gewinne in Milliardenhöhe in Luft auf - auf dem Papier. Gleichzeitig spült der Verkauf der Optionen aber einiges an Bargeld in die Porsche-Kasse.

Stuttgart - Der angeschlagenen Sportwagenbauer Porsche rechnet für das laufende Geschäftsjahr mit einem Verlust von bis zu fünf Milliarden Euro. Der Grund seien allerdings "rein buchhalterische Vorgänge", erklärte das Unternehmen am Mittwoch. Porsche steht demnach kurz vor einer Vereinbarung über den Verkauf seiner Optionen auf Volkswagen-Aktien .

In Vorbereitung darauf müsse der Wert dieser Optionen in den Bilanzen deutlich heruntergesetzt werden. Der Verkauf der VW-Optionen werde Porsche allerdings rund eine Milliarde Euro in bar bringen, die das Unternehmen bislang als Sicherheit hinterlegt habe.

Im Geschäftsjahr zuvor hatte Porsche  durch Buchgewinne wegen der VW-Optionen einen Vorsteuergewinn von 8,5 Milliarden Euro eingefahren, der sogar den Umsatz (7,4 Milliarden Euro) übertraf.

Die Bilanz von Porsche wird den Angaben zufolge weiter dadurch belastet, dass Porsche inzwischen die Mehrheit an VW hält. Dies mache es notwendig, den Konzern mit seinen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten komplett in der Porsche-Bilanz aufzuführen. Dies werde das Ergebnis ebenfalls - und auch nur in der Buchhaltung - deutlich belasten.

Porsche verhandelt derzeit mit dem Emirat Katar über einen Verkauf der VW-Aktienoptionen. Auch mit anderen Investoren würden Gespräche geführt. Der Wüstenstaat ist auch als neuer Großaktionär bei Porsche im Gespräch. Mittelfristig soll der Sportwagenbauer in den Volkswagen-Konzern integriert werden, bei dem dann die Porsche-Eignerfamilien und Katar wichtige Anteilseigner wären.

Porsche hatte im Januar seine Beteiligung an VW auf knapp 51 Prozent aufgestockt und dabei einen Schuldenberg von mehreren Milliarden Euro angehäuft. Die finanzielle Schieflage zwang den Sportwagenbauer letztlich unter das Dach von VW zu schlüpfen. Nun soll Porsche bis Mitte 2011 als zehnte Marke in den Wolfsburger Konzern integriert werden.

manager-magazin.de mit Material von afp, reuters, dpa

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