IPO-Euphorie Furcht vor Markteinbruch an Chinas Börsen

Plus 56 Prozent, plus 65 Prozent - Aktienneuemissionen verzeichnen an chinesischen Börsen zurzeit gewaltige Kursgewinne. Skeptiker sehen die Euphorie der Anleger jedoch kritisch - sie fürchten, dass sich bereits die nächste Spekulationsblase bildet.

Shanghai - Das chinesische Wohnungsbauunternehmen China State Construction Engineering (CSCEC) hat mit dem weltweit größten Börsengang seit einem Jahr alle Erwartungen übertroffen. Die Aktien beendeten ihren ersten Handelstag in Shanghai am Mittwoch mit einem Aufschlag von 56 Prozent und spülten 7,3 Milliarden Dollar in die Kassen des Konzerns. Zugleich schürte der Erfolg aber die Sorgen um eine neue Spekulationsblase an den Märkten in China.

Der Leitindex in Shanghai brach um 5 Prozent ein, weil unter anderem Berichte über eine mögliche Verringerung des Geldflusses an Firmen die Runde machten. Der Preis von 6,53 Yuan (0,96 Dollar) pro Anteilsschein verschafft dem Wohnungsbaukonzern einen Marktwert von 29 Milliarden Dollar. Das Unternehmen hatte zwölf Milliarden Aktien zu einem Ausgabepreis von 4,18 Yuan begeben. CSCEC will die Erlöse unter anderem in neue Immobilienprojekte investieren.

Ein starkes Debüt gab in Hongkong auch der Baustoffkonzern BBMG. Die Papiere wurden mit Aufschlägen von 65 Prozent gehandelt. Das Pekinger Unternehmen wollte sich am Aktienmarkt 768 Millionen Dollar besorgen. Bereits zu Wochenbeginn hatte der chinesische Mautstraßenbetreiber Sichuan Expressway einen überraschend gut in den Aktienhandel gestartet.

Bei der ersten Emission an der Shanghaier Börse nach einer fast einjährigen Pause sammelte das Unternehmen 264 Millionen Dollar ein.

Die Kursrally an den chinesischen Handelsplätzen hat den Markt für Börsengänge in den vergangenen Wochen belebt. Die chinesische Regierung hatte Ende Mai überraschend verkündet, nach einer rund achtmonatigen Pause Neuemissionen wieder zuzulassen.

manager-magazin.de mit Material von reuters