Quartalszahlen Bayer bekräftigt Ziele für 2009

Gestützt auf ein starkes Gesundheits- und ein robustes Pflanzenschutzgeschäft hat der Pharma- und Chemiekonzern Bayer im zweiten Quartal die Rückgänge bei Umsatz und Gewinn begrenzen können. Sie fielen kleiner aus als befürchtet. Die Ergebnisziele 2009 hat Bayer bekräftigt - die Aktie zieht an.

Frankfurt - "Insgesamt hat das zweite Quartal unsere Erwartungen voll erfüllt", sagte Konzernchef Werner Wenning am Mittwoch in Leverkusen laut Mitteilung. Vor diesem Hintergrund werde an den "ambitionierten" Ergebniszielen für das Gesamtjahr 2009 festgehalten. Die Aktie von Bayer  gehörte am Mittwoch zu den größten Gewinnern im Dax.

Der Rückgang beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (EBITDA) sowie vor Sonderposten solle weiterhin auf fünf Prozent begrenzt werden. Das Geschäft mit hochwertigen Materialien habe sich im zweiten Quartal stabilisiert. Die Aktien setzten sich mit einem Kurssprung von 4,14 Prozent auf 41,71 Euro in einem freundlichen Umfeld an die DAX-Spitze.

Die Umsatz- und Ergebnisrückgänge im zweiten Quartal waren trotz der weiter spürbaren Krisenfolgen geringer als von Experten befürchtet. Das EBITDA vor Sondereinflüssen ging im Berichtszeitraum um 6,9 Prozent auf 1,765 Milliarden Euro zurück, während der Umsatz um 5,9 Prozent auf rund acht Milliarden Euro sank. Unter dem Strich verdienten die Leverkusener 532 (574) Millionen Euro.

Wende im Kunststoffgeschäft

Analysten zeigten sich durch die Bank positiv überrascht: UniCredit-Analyst Jochen Schlachter sprach von "soliden" Ergebnissen. Auch das Bankhaus Merck Finck & Co bezeichnete die Entwicklung als besser als erwartet.

Aus Sicht von Equinet ist insbesondere die Wende im Kunststoffgeschäft (MaterialScience) bemerkenswert. Der Konzern habe hier mit einem positiven EBITDA vor Sondereinflüssen von 121 (Vorjahr 372) Millionen Euro nach einem Verlust im ersten Quartal die Trendwende geschafft. Darüber hinaus hoben die Experten auch die Bestätigung der Ergebnisziele als positiv hervor.

"Das Geschäft mit hochwertigen Materialien stabilisierte sich im zweiten Quartal", sagte Wenning. Für das dritte Quartal sei trotz steigender Rohstoffkosten ein positives EBITDA vor Sondereinflüssen zu erwarten. Nach dem kräftigen Einbruch zum Jahreswechsel hätten sich die Anzeichen für eine Bodenbildung bestätigt. Umsatz und Ergebnis verbesserten sich im Vergleich zum ersten Quartal. Eine nachhaltige Besserung zeichne sich allerdings noch nicht ab.

Im Jahresvergleich ergaben sich erneut kräftige Einbrüche. So sackte der Umsatz im zweiten Quartal in dem konjunkturabhängigen Geschäft um gut 30 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro ab. Auf die "gravierende" Nachfrageschwäche sei umfassend reagiert worden, sagte Wenning. So seien frühzeitig erhebliche Produktionskapazitäten stillgelegt worden. Abhängig von der Marktentwicklung sollen weitere Strukturmaßnahmen vorgenommen werden. Darüber hinaus kündigte Wenning an, dass alle bisher angekündigten Restrukturierungsprogramme "beschleunigt umgesetzt" werden sollen.

Umsatzprognose gesenkt

Insgesamt sei das erste Halbjahr stark durch die Finanz- und Wirtschaftskrise geprägt, hieß es. Vor diesem Hintergrund senkte der Konzern die Umsatzprognose für 2009. Der Umsatz dürfte auf 31 bis 32 Milliarden Euro zurückgehen. Bisher war ein Rückgang von 32,9 Milliarden Euro 2008 auf rund 32 Milliarden Euro in Aussicht gestellt worden. "Besonders erfreulich war die deutliche Umsatz- und Ergebnissteigerung bei HealthCare", sagte Wenning mit Blick auf das zweite Quartal.

Im Gesundheitsgeschäft kletterte der Umsatz um gut acht Prozent auf gut vier Milliarden Euro, während das EBITDA vor Sondereinflüssen um knapp zwölf Prozent auf 1,1 Milliarden Euro zulegte. Dieses Geschäft ist damit inzwischen der mit Abstand größte Bereich des Konzerns. Auch CropScience (Agrarchemiegeschäft) steigerte den Umsatz und hielt das gute Ergebnisniveau des Vorjahres.

Die Aussichten für 2009 bei HealthCare und CropScience seien mit Blick auf Umsatz und EBITDA vor Sondereinflüssen weiter positiv. Im Gesundheitsgeschäft sollen alle Bereiche währungsbereinigt stärker als die jeweiligen Märkte wachsen. Die bereinigte EBITDA-Marge solle weiter in Richtung 28 Prozent verbessert werden. CropScience soll den Angaben zufolge die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen auf dem hohen Niveau von rund 25 Prozent halten. Für das Kunststoffgeschäft nannte der Konzern keine entsprechenden Ziele.

manager-magazin.de mit Material von reuters