Vermögensverwaltung Gewinneinbruch bei Julius Bär

Um mehr als ein Drittel sind die Gewinne des Schweizer Edelbankhauses Julius Bär im ersten Halbjahr 2009 geschrumpft. Die Kunden der Bank - meist wohlhabende Privatleute - gehen auf Nummer sicher und setzen auf Barmittel statt auf Investments.

Zürich - Die schwierige Lage an den Finanzmärkten hat den Gewinn des Schweizer Bankhauses Julius Bär  im ersten Halbjahr 2009 um mehr als ein Drittel einbrechen lassen. Der größte reine Vermögensverwalter des Landes wies am Montag einen Gewinnrückgang um 37 Prozent auf 324 Millionen Franken (rund 214 Millionen Euro) aus. Dieser fiel aber weniger stark als von Analysten befürchtet aus, die für die ersten sechs Monate des Jahres lediglich einen Gewinn von 287 Millionen Franken prognostiziert hatten.

Bär machte vor allem die Werteinbrüche vieler Anlagen zu schaffen, die die durchschnittlichen Vermögensbestände der Kunden minderten. Die wichtigste Ertragsquelle des Konzerns sind prozentuale Gebühren auf das Kundenvermögen.

Hinzu kam, dass die verunsicherten Kunden viel Geld in Barmitteln statt in margenträchtigen Aktien- und Hedgefondsprodukten hielten. "Die Privatkunden zögern, größere Risiken einzugehen und mehr zu handeln", sagte Finanzchef Dieter Enkelmann in einer Telefonkonferenz. "Das hat einen negativen Einfluss auf die Anlagerendite."

Dank der Erholung der meisten Anlagekategorien im zweiten Quartal wuchsen die verwalteten Vermögen bis zur Jahresmitte um 9 Prozent auf 299 Milliarden Franken. Zum Anstieg trugen auch Nettoneugeldzuflüsse von 3,4 Milliarden Franken, positive Währungseffekte und die Übernahme von Augustus Asset Managers bei.

Julius Bär hält weiter an dem Fahrplan fest, die Aufspaltung der Gruppe in eine Vermögensverwaltungsbank für Reiche (Julius Bär Gruppe AG) und eine Asset-Management-Gesellschaft für institutionelle Kunden (GAM Holding AG) bis Ende des dritten Quartals abzuschließen.

Der Nettogeldzufluss der zukünftigen Privatbank halbierte sich auf 3,8 Milliarden Franken. Die Diskussion um eine Aufweichung des Schweizer Bankgeheimnisses habe aber nicht zu Abflüssen geführt, sagte Finanzchef Enkelmann. Im Asset Management verlangsamte sich der Mittelabfluss auf netto 0,5 Milliarden Franken. Der US-Asset Manager Artio Global solle weiterhin bis Jahresende an die Börse gebracht werden.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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