US-Pharmakonzern Starker Dollar setzt Merck zu

Eine schwächelnder Absatz bei seinem Cholesterinmittel und ein starker Dollar haben dem US-Pharmariesen Merck einen Gewinnrückgang eingebrockt. Wegen geringerer Steuerbelastungen gelang es dem Konzern dennoch, im zweiten Quartal die Markterwartungen zu übertreffen.

New York - Wie Merck  am Dienstag vor Börseneröffnung in New York mitteilte, betrug der Gewinn 1,59 Milliarden Dollar nach 1,77 Milliarden Dollar im Vorjahr. Pro Aktie verdiente das Unternehmen 74 Cent. Ohne Sonderposten betrug der Gewinn 83 Cent je Anteilsschein. Analysten hatten mit 77 Cent gerechnet. An der Wall Street legten die Merck-Aktien vorbörslich um 2,5 Prozent zu.

Der Umsatz fiel zwar um 3 Prozent auf 5,9 Milliarden Dollar, lag aber immer noch 70 Millionen Dollar über den Erwartungen der von Reuters befragten Analysten. Bereinigt um Wechselkursschwankungen wäre der Umsatz um 3 Prozent gestiegen.

Für das Gesamtjahr bekräftigte Merck seine Gewinnprognose von 3,15 Dollar bis 3,30 Dollar je Aktie ohne Sonderposten. Der Umsatz werde voraussichtlich bei 23,2 Milliarden bis 23,7 Milliarden Dollar liegen. Merck will die Übernahme des kleineren Rivalen Schering-Plough in den kommenden Monaten abschließen.

Mit seinem wichtigsten Medikament, dem Atemwegsprodukt Singulair, setzte der Pharmakonzern 1,3 Milliarden Dollar um, ein Plus von 16 Prozent. 2009 soll Singulair dem Konzern einen Umsatz von 4,4 bis 4,7 Milliarden Dollar einbringen. Die Fusion von Merck & Co und Schering-Plough führt die beiden Hersteller der Cholesterinsenker Vytorin und Zetia zusammen. Während der weltweite Zetia-Umsatz um 8 Prozent nachgab, fiel der Vytorin-Erlös um 10 Prozent auf eine Milliarde Dollar.

Merck & Co will nach Abschluss der Milliardenübernahme von Schering-Plough im vierten Quartal nach früheren Aussagen 16.000 Arbeitsplätze streichen. Ein Aktionärstreffen, auf dem über die Übernahme abgestimmt werden soll, ist für den 7. August angesetzt.

Pharma-Großkonzerne wie Merck & Co oder auch der Branchenprimus Pfizer  suchen ihr Heil derzeit wieder verstärkt in Fusionen, weil sie immer mehr durch Hersteller günstigerer Nachahmermedikamente (Generika) und Einsparungen im Gesundheitswesen unter Druck stehen.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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