Umstrittene Anleihen Anklage gegen US-Onlinebroker Schwab

Die New Yorker Generalstaatsanwaltschaft will Anklage gegen den US-Broker Charles Schwab erheben. Die Ermittler werfen dem Onlinebroker vor, seine Kunden beim Verkauf umstrittener ARS-Anleihen betrogen zu haben.

New York - Die New Yorker Generalstaatsanwaltschaft will Anklage gegen den US-Broker Charles Schwab wegen des Verdachts auf Betrug beim Verkauf der umstrittenen Anleihen vom Typ ARS erheben. In einem am Montag veröffentlichten Schreiben der Behörde an den größten US-Online-Broker wirft Generalstaatsanwalt Andrew Cuomo dem Unternehmen vor, die Papiere wiederholt in betrügerischer Weise vermarktet und verkauft zu haben.

Schwab habe entgegen besseren Wissens zudem seine Kunden nicht davor gewarnt, dass der Markt für ARS zusammenbrechen könnte. Schwab wies die Beschuldigungen umgehend als substanzlos zurück.

ARS (Auction Rate Securities) sind Anleihen mit langer Laufzeit, deren Zinssatz aber in kurzen Abständen bei Auktionen neu festgesetzt wird. Die Papiere galten lange Zeit als sehr stabil im Preis.

Doch im Zuge der Finanzkrise trocknete der auf 330 Milliarden Dollar geschätzte ARS-Markt abrupt aus, da sich keine Käufer mehr fanden.

Dem Schreiben zufolge zeigte sich Cuomo allerdings offen für einen Vergleich mit Schwab. Bei einer Einigung müsste der in San Francisco ansässige Broker und Vermögensverwalter die Papiere von den Investoren zurückkaufen.

Ein Analyst schätzte, dass Schwab-Kunden ARS-Papiere im Wert von rund 500 Millionen Dollar in ihren Depots haben.

Die Deutsche Bank hatte Anfang Juni in den USA einen Rechtsstreit um den Verkauf der riskanten Anleihen endgültig beigelegt. Der Vereinbarung zufolge muss das deutsche Geldhaus rund eine Milliarde Dollar der ARS-Anleihen zurückkaufen. Zudem akzeptierte das Kreditinstitut eine Geldstrafe von 15 Millionen Dollar.

Insgesamt verpflichteten sich nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft bislang elf Finanzunternehmen zum Rückkauf von insgesamt mehr als 61 Milliarden Dollar an ARS-Anleihen.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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