Private Equity KKR-Börsengang rückt näher

Der Finanzinvestor KKR verleibt sich seine börsennotierte Fondstochter KPE ein und rückt einem eigenen Börsengang näher. Die KPE-Aktionäre werden dafür mit 30 Prozent an KKR beteiligt, wie beide Unternehmen am Montag mitteilten.

New York - Die in Amsterdam an der Euronext gelistete KKR Private Equity Investors  (KPE), deren Geld in sechs Fonds steckt, werde voll in Kohlberg, Kravis Roberts & Co (KKR) integriert. Nach dem ursprünglichen, im Juni vorgelegten Plan sollten die KPE-Aktionäre nur 21 Prozent erhalten und KPE von der Börse genommen werden.

Nun bekommt KKR mit KPE auf Umwegen eine Börsennotiz in Europa. Der Vereinbarung mit KPE-Aktionären zufolge kann KKR frühestens in sechs Monaten einen Börsengang für den kompletten Konzern in New York ins Auge fassen.

An der Nyse ist der Konkurrent Blackstone  bereits gelistet. Eigentlich wollte auch KKR 2007 an die Börse gehen, geriet aber in den Strudel der Finanzkrise und ließ die Pläne wieder fallen. Die Zustimmung von 44 Prozent der KPE-Aktionäre hat KKR nach eigenen Angaben für die revidierten Pläne schon.

Die KKR-Gründer Henry Kravis und George Roberts bezeichneten die Integration als "nächsten Schritt in der Entwicklung von KKR". Der Investor sei in einer guten Position, um "aufregende Gelegenheiten in der Vermögensverwaltung und bei Finanzdienstleistungen" zu nutzen. Im zweiten Quartal hat KKR nach eigenen Angaben zwischen 345 und 370 Millionen Dollar Gewinn erwirtschaftet.

Im vergangenen Jahr hatten vor allem Abschreibungen auf die Firmenwerte vieler Beteiligungen in der Finanzkrise zu einem Verlust von 1,2 Milliarden Dollar geführt. Inzwischen hat KKR mehrere Firmen im Portfolio wieder höher bewertet. In Deutschland ist KKR unter anderem am Fernsehsender ProSiebenSat.1  und an dem Gabelstaplerhersteller Kion sowie an der Werkstattkette ATU beteiligt. Zuletzt kaufte sich KKR ins Musikrechtegeschäft von Bertelsmann ein.

manager-magazin.de mit Material von reuters