Montag, 15. Juli 2019

Mannesmann Golden Handshake für Esser

Klaus Esser, Mannesmann-Lenker auf Abruf, wird die Niederlage gegen Vodafone-Chef Chris Gent mit einer millionenschweren Abfindung versüßt. manager-magazin.de recherchierte exklusiv, wie die rekordverdächtige Summe zu Stande kommt.

Hamburg - In der Übernahmeschlacht gegen Vodafone-Chef Chris Gent war Mannesmann-Primus Klaus Esser der Verlierer. Der Düsseldorfer Telekommunikationskonzern fällt an die Briten, Esser ist seinen Job los.

Mussten sich zu einem Lächeln zwingen: Esser (rechts) und sein Bezwinger Gent beim Shakehands
AP
Mussten sich zu einem Lächeln zwingen: Esser (rechts) und sein Bezwinger Gent beim Shakehands
Die Abfindung, die der 52 Jahre alte Konzernchef erhält, wird ihm die Niederlage allerdings erleichtern. Nach Vollzug der Übernahme durch Vodafone wird Esser eine Abschieds-Vergütung von knapp 60 Millionen Mark erhalten, wie Mannesmann-Sprecher Manfred Söhnlein inzwischen offiziell bestätigte.

Im einzelnen setzt sich diese Summe so zusammen: Von Vodafone erhält Esser eine Prämie (Appreciation Award) in Höhe von 15,9 Millionen Euro (31 Millionen Mark), "zahlbar nach Erwerb der Mehrheit der Mannesmann-Aktien durch Vodafone AirTouch", wie aus den Übernahmemodalitäten hervorgeht, auf die beide Seiten sich geeinigt haben.

Zusätzlich behält er sämtliche Bezüge seines bis Ende Juni 2004 laufenden Mannesmann-Vertrags. Diese Vereinbarung hatte Esser bereits am 10. Dezember vergangenen Jahres mit dem Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten getroffen.

Im Detail sieht die Regelung vor, "dass er, sollte der Vertrag als Folge einer Übernahme von Mannesmann nicht fortgeführt werden, Gehalt und Boni in der Höhe erhält, in der er diese bis zum 30. Juni 2004 hätte erhalten können".

Zu seinem Grundgehalt (1,4 Millionen Mark pro Jahr) kämen damit vier Jahresboni von jeweils 2,8 Millionen Mark - insgesamt also 15,2 Millionen Mark.

Obendrauf kommt noch ein "mittelfristiger Leistungsbonus" von insgesamt neun Jahresgehältern, also 12,6 Millionen Mark.

Gesamtwert der Ausstiegsvereinbarungen: knapp 60 Millionen Mark.

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