DIW "Gaspreis wird um 25 Prozent steigen"

Experten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung erwarten, dass der Gaspreis bis zum Winter um rund ein Viertel steigen wird. Verantwortlich machen sie dafür den wieder anziehenden Ölpreis. Andere Branchenkenner halten die Prognose für "völlig unrealistisch".

Berlin - Die Gaspreise in Deutschland werden nach Einschätzung der Energieexpertin Claudia Kemfert bis zur Heizperiode rasant nach oben schnellen. "Der Gaspreis wird bis Winter deutlich um 25 Prozent ansteigen", sagte die Forscherin vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) der deutschen Presseagentur dpa.

Grund sei der rasche Anstieg der Ölpreise in den vergangenen Monaten. Da die Gaspreise an die Ölpreise gekoppelt seien, folge der Gaspreis dem Trend der Ölpreise nach ungefähr sechs Monaten. Zudem gebe es noch immer zu wenig Wettbewerb auf dem Gasmarkt. "Es geht alles in Richtung steigende Gaspreise und der Verbraucher kann nicht allzuviel tun - leider", sagte sie.

Dagegen nannte der Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) einen Anstieg um 25 Prozent bis zum Winter "völlig unrealistisch". Der Gaspreis lasse sich trotz gestiegener Ölpreise nicht vorhersagen, denn die Lieferanten verfolgten unterschiedliche Strategien beim Einkauf. "Durch die verschiedenen Vorlieferanten, Vertragslaufzeiten und Beschaffungssituationen der Unternehmen wirken sich veränderte Beschaffungskosten zu unterschiedlichen Zeitpunkten aus", teilte der Verband am Sonntag in Berlin mit.

Nach Angaben des unabhängigen Verbraucherportals Verivox sind die Gastarife seit Frühjahr bundesweit um durchschnittlich 20 Prozent gesunken. Verivox-Sprecher Thorsten Storck sagte der "Bild"-Zeitung (Samstag): "Den meisten Verbrauchern haben die Preissenkungen daher kaum etwas gebracht." Schließlich sei der Gasverbrauch im Herbst und Winter viel größer als im Frühjahr und Sommer.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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