Wochenausblick Strategen machen wenig Hoffnung

Der Abwärtstrend im Dax wird vorerst fortsetzen, sagen Experten. Vor allem die Sorgen über die Entwicklung der Weltwirtschaft belasteten den Index. Denn bislang folgten den gestiegenen Erwartungen der Unternehmen, dass sich die Konjunktur belebt, kaum harte Fakten. Bewegung dürfte die anlaufende US-Berichtssaison in die Kurse bringen

Frankfurt am Main - Zuletzt verhagelten die US-Arbeitsmarktdaten die Stimmung und sorgten für einen Anstieg der Risikoaversion an den Kapitalmärkten, wie Analystin Claudia Windt von der Helaba die Lage beschreibt. Der Dax  hat seit Anfang Juni, nachdem der Leitindex sich wieder der 5200-Punkte-Marke angenähert hatte, rund 10 Prozent eingebüßt.

Skepsis und geringe Umsätze: Händler in Frankfurt wünschten sich in diesen Woche sicherlich gern mehr Arbeit.

Skepsis und geringe Umsätze: Händler in Frankfurt wünschten sich in diesen Woche sicherlich gern mehr Arbeit.

Foto: REUTERS

"Wir sind mitten in der Sommerpause, und wenn die Umsätze weiter so gering bleiben, ist eher mit bröckelnden Kursen zu rechnen", sagte Chefhändler Fidel Helmer von Hauck & Aufhäuser. Die Experten der Landesbank Berlin (LBB) gehen ebenfalls tendenziell von nachgebenden Kursen aus und wären zudem nicht erstaunt, wenn der Dax bald wieder deutlich unter 4500 Punkte fiele.

Sowohl in den USA als auch im Euroraum stehen vergleichsweise wenig Konjunkturdaten zur Veröffentlichung an und auch auf Unternehmensseite wird es noch ruhig bleiben. Unter den US-Daten ragen der Einkaufsmanagerindex für das Nicht-Verarbeitende Gewerbe für Juni und das Konsumentenvertrauen der Universität Michigan für Juli heraus, die Einfluss auf die Aktienmärkte haben könnten.

Die wieder startende Berichtssaison, traditionell eröffnet durch den US-Konzern Alcoa , dürfte nach und nach Aufschluss darüber geben, wie schlecht die Wirtschaftslage tatsächlich ist. Das zu den weltweit führenden Aluminiumherstellern zählende US-Unternehmen dürfte am Mittwoch den dritten Quartalsverlust in Folge ausweisen.

Auf dem deutschen Markt stehen zum einen monatliche Verkehrszahlen der Lufthansa , von Fraport  und Air Berlin  auf der Agenda. "Tendenziell wird sich die Nachfrageschwäche vom Monat Mai auch im Juni fortgesetzt haben", mutmaßt Marktstratege Klaus Stabel von der ICF Kursmakler AG.

Andererseits wird der Verband der Chemischen Industrie (VCI) über die düsteren Aussichten für das laufende Jahr berichten, denn bekannt ist bereits, dass der VCI mit dem stärksten Produktionsrückgang seit 30 Jahren rechnet.

In den Fokus dürften zudem die Aktien des Energiekonzerns Eon  rücken. Wegen unerlaubter Preisabsprachen könnte dem Energiekonzern eine saftige Geldstrafe von bis zu einer halben Milliarde Euro drohen, wie in der Presse spekuliert worden war. Es wird erwartet, dass die EU-Kommission über die Höhe der Strafe in dieser Woche entscheiden wird.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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