Neue Garantien IKB jetzt mit zwölf Milliarden Staatshilfe

Die schwer gebeutelte Mittelstandsbank IKB erhält weitere Milliardengarantien vom Staat, die sich damit jetzt auf zwölf Milliarden Euro belaufen. Die Bank weist für das abgelaufene Geschäftsjahr 580 Millionen Euro Verlust aus und blickt düster in die Zukunft.

Frankfurt am Main - Der Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (Soffin) habe grundsätzlich beschlossen, den Garantierahmen der IKB  für neu zu begebende Schuldverschreibungen um sieben Milliarden Euro zu erweitern, teilte das Institut am Freitagabend mit. Die Düsseldorfer Bank hatte sich vom Soffin schon vor Monaten Garantien über fünf Milliarden Euro geholt, diese im April aber aufgebraucht. Den neuen Hilfen muss die EU-Kommission noch zustimmen.

"Die IKB benötigt eine Erweiterung des Garantierahmens, weil die Situation an den Geld- und Kapitalmärkten weiterhin so schwierig ist, dass eine adäquate Refinanzierung derzeit kaum möglich ist", erklärte die Bank. Mit den vom Soffin garantierten Emissionen solle nicht nur die eigene Liquidität sichergestellt, sondern auch das Geschäft mit mittelständischen Kunden stabilisiert werden. Im Gegenzug für die neuen Hilfen stimmen die Vorstände bis Ende Dezember 2010 einer Deckelung ihrer Gehälter auf eine halbe Million Euro pro Jahr zu, wie die IKB weiter mitteilte.

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte bereits Mitte Juni aus Finanzkreisen erfahren, dass sich die IKB beim Soffin um weitere Garantien für die Emission von Anleihen in einer Größenordnung von sieben Milliarden Euro bemüht. Das Institut hatte sich mit US-Ramschhypotheken verspekuliert und war deshalb Mitte 2007 beinahe zusammengebrochen. Es konnte nur durch Milliardenhilfen der damaligen Eigentümerin KfW und des Bundes gerettet werden. Heute gehört die IKB dem US-Finanzinvestor Lone Star.

Für das Geschäftsjahr 2008/09 wies die Bank am Freitagabend zugleich einen vorläufigen Konzernverlust (IFRS) von 580 Millionen Euro aus. Im Vorjahr hatte das Minus noch bei elf Millionen Euro gelegen. Auch die Zukunft malte die Bank in düsteren Farben: "Die Geschäftsjahre 2009/10 und 2010/11 werden erheblich durch die Folgewirkungen der Finanzmarktkrise und die Ausweitung auf die Realwirtschaft und damit den Unternehmenssektor beeinträchtigt sein", hieß es in der Mitteilung.

Nicht nur die Einschränkung des Neugeschäfts werde sich als Belastung erweisen, sondern auch die erhöhte Risikovorsorge sowie die stark gestiegenen Refinanzierungskosten. Gegensteuern will die Bank mit einer Senkung der Sachkosten um 30 Prozent und den Abbau von voraussichtlich 370 Arbeitsplätzen im Konzern.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen