Samstag, 24. August 2019

Pfandbriefe EZB kauft für 60 Milliarden Euro

Auf eine weitere Zinssenkung verzichtet die Europäische Zentralbank. Stattdessen will sie die schwächelnde Wirtschaft mit einem milliardenschweren Pfandbrief-Kaufprogramm ankurbeln. Banken sollen dadurch mehr Kredite vergeben. Zuletzt hatte die EZB mit ihren Maßnahmen jedoch nicht immer die erwünschte Wirkung erzielt.

Luxemburg - Im Kampf gegen die tiefe Rezession im Euroraum wird die Europäische Zentralbank (EZB) am kommenden Montag ihr Milliardenprogramm zum Kauf von Pfandbriefen starten. Das kündigte Notenbankpräsident Jean-Claude Trichet am Donnerstag nach einer Ratssitzung in Luxemburg an.

Kampf gegen die Krise: Die Europäische Zentralbank startet ein Ankaufprogramm für Pfandbriefe
Mit dem 60 Milliarden Euro schweren Kauf von "Covered Bonds" wollen die Notenbanker die Finanzierungsbedingungen für Banken und Unternehmen verbessern und damit die schwächelnde Wirtschaft ankurbeln. Gleichzeitig beschloss der EZB-Rat, den Leitzins unverändert bei 1,0 Prozent zu belassen.

Volkswirte rechnen auch in den kommenden Monaten nicht mit einer weiteren Lockerung der Geldpolitik. Andererseits erwarten sie wegen der historisch niedrigen Inflation und der anhaltenden Wirtschaftsflaute, dass die Notenbank die Zinsen erst im vierten Quartal 2010 wieder anheben wird. Trichet bestätigte am Donnerstag seine frühere Prognose, wonach sich die Wirtschaft auch im zweiten Halbjahr 2009 schwach entwickeln wird, wenn auch mit geringeren Minusraten als zuletzt. Positive Raten erwartet die Zentralbank erst Mitte 2010.

In dem Aufkaufprogramm von Pfandbriefen sollen die EZB und die nationalen Notenbanken in den kommenden Monaten je nach Lage der Märkte nach und nach mit Krediten besicherte Anleihen der Geschäftsbanken im Euro-Raum kaufen. Das Programm soll bis spätestens Ende Juni 2010 voll umgesetzt sein. Die Laufzeiten werden zwischen drei und zehn Jahren liegen. Damit will die EZB die niedrigen Zinsraten am Geldmarkt steigern, die Kreditkonditionen für Banken und Unternehmen verbessern und die Banken dazu bewegen, wieder mehr Geld an Kunden auszuleihen. Zudem soll die Liquidität in diesem Segment verbessert werden.

Zusätzliche Stützungsmaßnahmen hält die Notenbank derzeit nicht für erforderlich. Bereits beschlossen sind allerdings weitere Ausgaben von 12-Monats-Tendern zu einem festen Zinssatz im September und im Dezember diesen Jahres.

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