Auszahlung Kaupthing-Bank hebt Kontosperre auf

Aufatmen bei den deutschen Kaupthing-Kunden: Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat grünes Licht für die Auszahlung der deutschen Sparguthaben gegeben. Aufgrund der besonderen Umstände bekommen die Sparer das Geld aber von einem Bundesbank-Konto überwiesen.

Bonn - Die Sperrung der Konten sei aufgehoben worden, teilte die Behörde am Montag mit. Erste Rückzahlungen sollen nach Angaben der zwangsverstaatlichten isländischen Bank im Laufe der Woche veranlasst werden.

Die Finanzbehörde hatte die Konten von rund 30.000 deutschen Kaupthing-Kunden nach dem Zusammenbruch der Muttergesellschaft im vergangenen Oktober eingefroren, um die Vermögenswerte der Bank zu sichern. Diese Maßnahmen halte die Bafin nun nicht mehr für erforderlich, erklärte die Behörde. Der isländische Wirtschaftsminister habe in einem Schreiben an die Bafin verbindlich klargestellt, dass die Auszahlung der deutschen Einleger im Einklang mit dem isländischen Recht und den EU-rechtlichen Anforderungen erfolge.

Laut der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) wurde den betroffenen deutschen Kaupthing-Kunden ein entsprechendes Formular zugesandt, mit dem sie der Bank den Auftrag erteilen können, ihnen ihre Einlagen auszuzahlen. Das Schreiben sei geprüft worden, hieß es in einer Erklärung. "Die Ankündigung der Kaupthing Bank enthält keine Fallen oder sonstige nachteilige versteckte Klauseln", sagte der SdK-Vorstandsvorsitzende Klaus Schneider.

Noch zu prüfen sei nun, ob die Kunden auch Anspruch auf die seit dem Zusammenbruch aufgelaufenen Zinsen hätten, sagte SdK-Vorstandsmitglied Daniel Bauer. Die Kaupthing Bank hatte im April angekündigt, zunächst nur Zinsen, die vor dem 9. Oktober 2008 gutgeschrieben worden sind, auszuzahlen. Die Rückzahlung will das Geldinstitut aus eigener Kraft stemmen. Die Kaupthing Bank verfüge jetzt über ausreichende finanzielle Mittel, um die Rückzahlung aller Einlagen zu gewährleisten, hatte das Institut im April erklärt.

"Wir haben nur gewartet, bis das Geld wirklich da war und dann unser Moratorium aufgehoben," sagte ein Bafin-Sprecher am Montag. Die Auszahlung an die Kunden soll über ein Bundesbankkonto und nicht über das reguläre Geschäftskonto der Kaupthing Bank erfolgen. Für die Abwicklung der Bank und die Auszahlung der Einlagen seien jedoch allein die Kaupthing Bank und die isländischen Stellen verantwortlich, erklärte die Bafin.

Nach Angaben der isländischen Regierung steht die Kaupthing Bank während der Abwicklung unter der Kontrolle der isländischen Finanzaufsicht FME. Wegen der Finanzkrise waren neben der Kaupthing Bank auch zwei weitere isländische Großbanken zusammengebrochen. Angelockt von hohen Zinsversprechungen, hatten rund 30.000 Sparer dort insgesamt 308 Millionen Euro angelegt. Mit der Pleite der Bank war dieses Vermögen durch die BaFin eingefroren worden und die deutschen Anleger hatten sich in einem monatelangen Tauziehen um die Auszahlung ihrer Gelder bemüht.

manager-magazin.de mit Material von ap