Sonntag, 15. Dezember 2019

Norbert Walter "Fünf Millionen Arbeitslose bis 2010"

Die Prognosen für die Konjunktur sind schon trübe - doch der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, malt sie in noch dunkleren Farben. Auf dem Arbeitsmarkt stünde das Schlimmste noch bevor - erst 2011 werde es zu einer Entspannung kommen.

Norbert Walter: "Von Entwarnung keine Rede"
Frankfurt am Main - Die weltweite Wirtschaftskrise wird den deutschen Arbeitsmarkt in den kommenden Monaten deutlich härter treffen als bisher. Davon geht der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, aus.

"Das Schlimmste auf dem Arbeitsmarkt liegt ganz klar noch vor uns. Von Entwarnung kann keine Rede sein", sagte der Ökonom der "Bild"-Zeitung. Stattdessen sei mit deutlich mehr Jobsuchenden zu rechnen. "Die Arbeitslosenzahl wird im Winter 2010 über fünf Millionen steigen." Bereits im Interview mit dem manager magazin hatte sich Walter skeptisch gezeigt, ob die aktuelle Erholung an den Finanzmärkten nachhaltig ist.

Zu einer Wende werde es nach seiner Einschätzung erst im Frühjahr 2011 kommen, wenn die für den Arbeitsmarkt traditionell schlechten Wintermonate überstanden sind.

Auch Siemens-Chef Peter Löscher rechnet nicht mit einer baldigen Erholung der Weltwirtschaft. "In unserer Firma gibt es über alle Geschäftsbereiche hinweg keine verlässlichen Indikatoren, dass wir die Talsohle der Krise erreicht haben", sagte Löscher in einem Interview mit der "Times" vom Montag. Die Geschwindigkeit und das Ausmaß der aktuellen Krise seien beispiellos, erklärte Löscher.

manager-magazin.de mit Material von ddp und dpa

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