Staatshilfe-Rückzahlung Zehn US-Banken kaufen sich frei

Die US-Regierung sieht Anzeichen für eine "finanzielle Stabilisierung" und erlaubt zehn großen Banken des Landes, erhaltene Staatshilfe in Milliardenhöhe zurückzuzahlen. Die Institute wollen die Gelder möglichst rasch zurückgeben, um den Einfluss der Regierung einzudämmen.

Washington - Das Finanzministerium in Washington gab am Dienstag zehn der größten US-Banken die Erlaubnis, insgesamt 68 Milliarden Dollar (48,9 Milliarden Euro) an Staatshilfen zurückzuzahlen. Diese sind nach eigenen Angaben American Express, die Bank of New York Mellon Corp, BB&T Corp, Capital One Financial Corp, Goldman Sachs, JPMorgan Chase, Morgan Stanley, Northern Trust Corp, State Street sowie U.S. Bancorp

Die Banken seien ausreichend stabilisiert, um auf die staatlichen Gelder verzichten zu können, hieß es in einer Erklärung. Finanzminister Tim Geithner wertete die Rückzahlungen als "ermutigendes Zeichen für die finanzielle Stabilisierung". Die Krise sei allerdings noch nicht ausgestanden.

Wer wieviel zahlt

Den Angaben zufolge wollen alle sämtliche Staatshilfen zurückzahlen. Das wären bei JPMorgan Chase 25 Milliarden Dollar, bei Goldman Sachs und Morgan Stanley jeweils 10 Milliarden Dollar, bei der U.S. Bancorp 6,6 Milliarden Dollar, bei Capital One 3,6 Milliarden Dolllar, bei American Express 3,4 Milliarden, bei BB&T Corp. 3,1 Milliarden, der Bank of New York Mellon Corp. 3 Milliarden, bei State Street 2 Milliarden und bei Northern Trust 1,6 Milliarden Dollar.

Mehrere Großbanken hatten die Regierung in den vergangenen Wochen aufgefordert, einer Rückzahlung zuzustimmen. Sie wollten sich der Beschränkungen entledigen, die mit der Annahme der Gelder aus dem Bankenrettungsfonds TARP einhergehen - etwa die Begrenzung bei der Zahlung von Managerboni. Die Regierung hatte die Zustimmung zu der Rückzahlung davon abhängig gemacht, dass die Banken den sogenannten Belastungstest des Ministeriums bestehen und auch ohne die TARP-Gelder stabil bleiben.

Das Finanzministerium wies darauf hin, dass das zurückgezahlte Geld wieder in den Bankenrettungsfonds fließen soll, um bei Bedarf erneut für die Stabilisierung des Finanzsektors bereitzustehen. Der im Oktober eingerichtete TARP-Fonds hat einen Umfang von 700 Milliarden Dollar.

Acht Banken waren zum Höhepunkt der Finanzkrise vom Finanzministerium gezwungen worden, staatliche Hilfen anzunehmen. Mit der Erlaubnis der Rückzahlung dürfte ein Prozess in Gang gesetzt werden, in dem sich erfolgreichere Banken von jenen absetzen, die noch mit den Auswirkungen der Krise zu kämpfen haben.

manager-magazin.de mit Material von ap, reuters und afp

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