Nach Insolvenz Arcandor vor MDax-Rauswurf

Die Aktien von Arcandor kosten am Dienstag weniger als einen Euro. Damit sind sie im Reich der Pennystocks angekommen. Auch der Rauswurf aus dem MDax steht offenbar kurz bevor.

Frankfurt am Main - Arcandor  könnte nach den Regeln der Deutsche Börse noch in diesem Monat aus dem MDax  fliegen. "Unternehmen, bei denen ein Insolvenzverfahren eröffnet wird, fallen zum nächsten Verkettungstermin aus den Auswahlindizes", heißt es in den Statuten des Börsenbetreibers. Der nächste solche Termin wäre Freitag, der 19. Juni, mit Wirksamkeit zum darauffolgenden Montag.

Sollte das Insolvenzverfahren mangels Masse abgewiesen werden oder sich das Unternehmen in der Abwicklung befinden, könnten die Titel bereits nach zwei vollen Handelstagen aus dem Index genommen werden, erläuterte eine Börse-Sprecherin.

Vor dem Insolvenzantrag am frühen Nachmittag hatten sich die Aktien am Dienstag nach ihrem Kurseinbruch am Vortag auf Berg- und Talfahrt begeben. Nach dem offiziellen Insolvenzantrag setzten sie ihren Sinkflug vom Vortag dann fort. Kurz nach der Wiederaufnahme des Handels gegen 14.15 Uhr stürzten die Titel um 33,96 Prozent auf 0,70 Euro ab.

"Noch ist für Arcandor nicht alles vorbei, aber auch noch lange nicht alles geklärt und es folgt jetzt die Bestandsaufnahme", sagte Analyst Sebastian Hein vom Bankhaus Lampe. Aus fundamentaler Sicht gebe es weiterhin keinen Grund, die Aktie zu halten. "Während einer Insolvenz sind die Eigenkapitalgeber klar im Nachteil, weil zuerst das Fremdkapital bedient wird", so Hein. Seine aktuelle Empfehlung für die Titel lautet "Verkaufen".

Ein weiterer Börsianer sprach Karstadt unterdessen gar die Existenzberechtigung ab. "Das System hat sich einfach überlebt", sagte er. Arcandor sei vom ehemaligen Chef Thomas Middelhoff "in Manier einer Heuschrecke systematisch ausgesaugt und ausgespuckt" worden.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa-afx

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