Heidelberger Druck 850 Millionen Euro Staatshilfe beantragt

Die schwer angeschlagene Heidelberger Druckmaschinen AG hat massive Staatshilfen beantragt. Neben einem Kredit bei der KfW über 300 Millionen Euro hat das Unternehmen auch Staatsgarantien angefragt. Die Bilanz für 2009 dürfte zudem düster ausfallen.

Heidelberg - Wie aus Präsentationsunterlagen zur Bilanzpressekonferenz am Dienstag in Heidelberg hervorgeht, hat der MDax-Konzern einen Kredit bei der staatlichen Förderbank KfW über 300 Millionen sowie Staatsgarantien in Höhe von 550 Millionen Euro beantragt. Laut Vorstandschef Bernhard Schreier haben die Banken vorbehaltlich der Zustimmung zu den Staatsbürgschaften und dem KfW-Kredit bis Ende August "die grundsätzliche Kreditzusage erteilt".

"Mit der erwarteten Kreditzusage unserer Banken sowie der beantragen Unterstützung von Bund und Ländern verfügen wir über einen soliden Finanzierungsrahmen", sagte er weiter. Mit der staatlichen Unterstützung könne das Unternehmen den Zeitraum der Finanzmarktkrise überbrücken.

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet der Konzern keine deutliche Verbesserung der wirtschaftlichen Lage. Vor diesem Hintergrund gehe das Unternehmen erneut von einem Verlust aus, hieß es. Die deutlich gestiegenen Refinanzierungskosten führten dazu, dass im laufenden Geschäftsjahr ein hoher Aufwand beim Finanzergebnis verbucht werde. Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2008/2009 (31. März) will das Unternehmen keine Dividende zahlen.

Drastisches Sparpaket

Mit einem bereits begonnenen drastischen Sparpaket will das Unternehmen bis zum Geschäftsjahr 2010/2011 jährlich rund 400 Millionen Euro weniger ausgeben. Dies beinhaltet auch die Streichung von bis zu 5000 Stellen, davon 4000 in Deutschland. Gespräche mit Arbeitnehmervertretern seien bereits aufgenommen worden. Ende März beschäftigte die Gruppe knapp 19.000 Mitarbeiter.

Wie bereits bekannt, sanken im vergangenen Geschäftsjahr die Konzernerlöse gegenüber dem Vorjahr um 20 Prozent auf rund drei Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (Ebit) brach inklusive der Sanierungskosten von 268 Millionen auf minus 228 Millionen Euro ein. Das Konzernergebnis fiel von 142 Millionen auf minus 249 Millionen Euro.

Erwartet werde, "dass die Investitionsbereitschaft von Druckereien in einigen Industrieländern in den kommenden Monaten nicht ansteigen und der Auftragseingang zunächst auf dem niedrigen Niveau der letzten zwei Quartale bleiben wird", hieß es. Für 2009/2010 sei mit einem weiteren Umsatzrückgang zu rechnen.

manager-magazin.de mit material von dpa

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