Montag, 24. Juni 2019

Volkswagen 20.000 Audi TT werden nachgerüstet

Teure Aktion der Tochter Audi: Rund 20.000 TT-Besitzer können ihr Auto ab März gegen einen geringen Betrag in einer eigenen Montagehalle mit dem Stabilitätsprogramm ESP nachrüsten lassen.

Ingolstadt - Der Audi TT wird nun doch mit dem elektronischen Stabilisierungsprogramm ESP ausgerüstet. Wie der Vorstandsvorsitzende der Audi AG, Franz-Josef Paefgen, am Freitag in München sagte, werde entgegen früheren Verlautbarungen ESP trotz eines hohen technischen und logistischen Aufwandes auf Wunsch nachträglich in den Sportwagen eingebaut.

Da dies aus technischen Gründen nicht durch Audi-Werkstätten möglich sei, werde ab März die Nachrüstung in einer zu diesem Zweck umgestalteten Montagehalle am Standort Ingolstadt erfolgen.

Audi werde den Betroffenen für die Zeit der Umrüstung ein kostenloses Ersatzfahrzeug bereitstellen, so Paefgen. Ab März sollen innerhalb von sechs Monaten mehr als 20.000 Fahrzeuge umgerüstet werden.

Da mit der serienmäßigen Einführung des ESP der Listenpreis für alle TT angehoben worden sei, werde für die wahlweise Nachrüstung mit ESP die Preisdifferenz ebenfalls berechnet und 650 Mark erhoben.

Georg Stürzer, Analyst der HypoVereinsbank, schätzt die Nachrüstungskosten auf voraussichtlich 150 Millionen Mark. Diese sowie die mit einem möglichen Rückkauf verbundenen Kosten würden aber über die gebildeten Gewährleistungsrückstellungen aufgefangen. Die Gewinnschätzung für das Volkswagen-Papier bleibe dementsprechend unverändert für 1999 bei 4,65 Euro je Aktie und für 2000 bzw 2001 bei 5,21 bzw 5,99 Euro je Aktie. Die Einstufung für die VW-Aktie lautet weiterhin "Underperformer".

Audi wolle Kundenwünschen entgegenkommen und der Befürchtung entgegenwirken, die Audi TT hätten ohne ESP einen deutlich geringeren Wiederverkaufswert. Ein Rückruf sei aber nicht geplant, da der TT sicher sei. Dies sei auch durch ein Gutachten des TÜV Süddeutschland bestätigt, der den TT auch in der Anfangsversion als "auf dem Stand der Technik" ansieht. Es seien bei 1100 Einzeltests keine Konstruktionsfehler, kein Werkstoffversagen und keine Montagefehler festgestellt worden, so Ulrich Kirsch, vom TÜV Süddeutschland.

Zuvor konnten Audi-Kunden bereits einen Spoiler nachträglich in der Werkstatt montieren lassen.

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