TelDaFax /Drillisch Zusammenarbeit bei Festnetztelefonie und Internet

Die Firmen wollen in den Bereichen Festnetz und Internet kooperieren. Drillisch-Aktien zogen am Freitag kräftig an. Auch Mobilcom und der Internet-Dienst Freenet glänzten mit einem Kurssprung - nach Erfolgsmeldungen und Plänen zur baldigen Nutzung eines eigenen Glasfasernetzes.

Köln/Marburg/Frankfurt am Main - Drillisch wird ihre 50-Prozent-Beteiligung an der Netztel Plus Drillisch AG an TelDaFax verkaufen. Wie TelDaFax in Marburg mitteilte, war das Unternehmen bereits mittelbar über Demuth, Dietl & Co an Netztel Plus Drillisch beteiligt. Im Gegenzug vereinbarte Drillisch mit TelDaFax eine umfassende Zusammenarbeit im Bereich der Festnetztelefonie sowie im Internet-Bereich.

Netztel Plus Drillisch ist Service Provider für die Netzbetreiber D1 und D2. Der Kaufvertrag wurde nach Ad-hoc-Angaben der Parteien am Donnerstag unterzeichnet.

Durch die Kooperation stärken beide Parteien nach eigenen Einschätzungen ihre Position als Full-Service Anbieter im deutschen Telekommunikationsmarkt.

TelDaFax erhalte durch die Beteiligungsübernahme Zugang zum attraktiven Marktsegment der Mobilfunktelefonie und mache einen weiteren Schritt in Richtung Konvergenz von Internet, Festnetz- und Mobilfunktelefonie.

Drillisch könne durch die Kooperation mit TelDaFax seine Interconnect-Kosten senken und vorgesehene Investitionen für Internet-Hardware zurückstellen.

MobilCom und Freenet stark gefragt

Die Aktien des Internet-Dienstes Freenet haben am Freitag Kurszuwächse um mehr als 20 Prozent verbucht. Die ebenfalls am Frankfurter Neuen Markt gelistete Muttergesellschaft MobilCom hatte am Morgen berichtet, dass im Januar mehr als die Hälfte der von ihr vermittelten Fernsprechminuten auf das Internet entfallen seien. Ein Unternehmenssprecher erklärte, dass die Zahl der von Mobilcom an Freenet vermittelten Internet-Minuten im ersten Monat des neuen Jahres auf etwa 465 Millionen von 392 Millionen im Vormonat gestiegen sei. Die Telefongesellschaft hält derzeit einen Mehrheitsanteil von 77 Prozent an der seit Dezember letzten Jahres börsennotierten Freenet AG.

Den Kurssprung von MobilCom und Freenet führen Händler auch auf die Pläne zur Nutzung eines eigenen Glasfasernetzes zurück. Wie aus einem Artikel im "Handelsblatt" hervorgeht, rechnet MobilCom-Vorstandschef Schmid mit Einsparungen von 50 Millionen Mark jährlich. Das ADSL-Netz soll im zweiten Quartal 22 große Städte in Deutschland verbinden und damit etwa 45 Prozent des derzeitigen Internetverkehrs abdecken.