Visa "Weniger Kredite für weniger Leute"

Die neue Kreditkartengesetzgebung in den USA wird nach Ansicht von Visa-Chef Joseph Saunders die Branche verändern. "Als Ergebnis wird es weniger Kredite für weniger Leute geben", sagt Saunders. Mit aggressivem Marketing hatten die Kartenanbieter in den vergangenen Jahren zur Kreditblase beigetragen.

New York - Das ab Februar 2010 geltende Gesetz soll die Gebühren und Zinsen für Kreditkarten begrenzen und damit die rezessionsgeplagten Amerikaner entlasten. Viele haben sich in den vergangenen Jahren über Gebühren- und Zinserhöhungen sowie aggressives Marketing der Branche geärgert, die dadurch große Gewinne eingefahren hatte.

Durch die Wirtschaftskrise können jedoch immer mehr Amerikaner ihre Kartenkredite nicht zurückzahlen. Das über die Karten in Anspruch genommene Kreditvolumen lag in den USA im März bei mehr als 945 Milliarden Dollar. Das sind etwa 25 Prozent mehr als ein Jahrzehnt zuvor.

Das Kartenunternehmen Visa ist von den Kreditausfällen weniger betroffen, weil sein Geschäft mehr in der Abwicklung von Zahlungs- und Buchungsprozessen besteht, als in der Kreditgewährung. Im Jahr 2009 erwartet Visa ein Wachstum bei den Einnahmen im hohen einstelligen Prozentbereich und im Jahr 2010 von 11 bis 15 Prozent. Die Steigerung des Gewinns je Aktie soll bei über 20 Prozent liegen.

Das Unternehmen dürfte besonders von der Entscheidung der Bank JPMorgan Chase profitieren, für einen Großteil ihres von der kollabierten Sparkasse Washington Mutual übernommenen Kreditkartengeschäfts künftig Visa statt MasterCard zu beauftragen.

manager-magazin.de mit Material von reuters