BVK Deutlich weniger Private-Equity-Deals

Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat auch die Private-Equity-Branche erreicht. Die deutschen Beteiligungsgesellschaften hätten im ersten Quartal ihre Investitionen deutlich reduziert, teilte der Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften mit.

Berlin - In den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahrs erreichten die Private Equity-Investitionen in deutsche Unternehmen laut dem Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) noch 301 Millionen Euro - rund drei Viertel weniger als im gleichen Quartals des Vorjahres mit 1,5 Milliarden Euro. Auch wenn sich die Krisenstarre des ersten Quartals inzwischen gelöst habe, sei für den Rest des Jahres keine umfassende Markterholung zu erwarten.

Nachdem die Investitionen im vierten Quartal 2008 mit 1,1 Milliarden Euro bereits unter denen der Vorquartale lagen, setze sich nun der Abwärtstrend fort. Hauptgrund dafür sei ein anhaltendes Ausbleiben großer Finanzierungen, insbesondere von Firmenübernahmen (Buy-Outs) und größeren Wachstumsfinanzierungen, berichtet der Verband weiter.

Dagegen zeigten sich die Investitionen im Gründungsbereich vergleichsweise stabil. Mit 303 finanzierten Unternehmen sei das erste Quartal zwar unter dem Wert des Vorquartals (406) zurückgeblieben, lag aber fast gleichauf mit dem ersten Quartal 2008 (315).

Im ersten Quartal hätten deutsche Beteiligungsgesellschaften erstmals seit dem zweiten Quartal 2007 wieder mehr Kapital im Ausland investiert als ausländische Gesellschaften hierzulande. Von den in Deutschland investierten 301 Millionen Euro kamen nach Verbandsangaben 250 Millionen Euro von in Deutschland ansässigen Gesellschaften und 51 Millionen Euro von ausländischen. Insgesamt investierten die deutschen Gesellschaften im abgelaufenen Quartal allerdings so wenig wie zuletzt 2005.

Zwar ist ein Investitionsrückgang in allen Marktsegmenten zu beobachten, besonders ausgeprägt jedoch im Buy-Out-Bereich. Hier fielen die Investitionen von 511 Millionen Euro im letzten Quartal 2008 auf nun 64 Millionen, die Zahl der Transaktionen von 28 auf 22. Die Finanzierung von großen Transaktionen ist immer noch fast unmöglich. Selbst bei kleinen und mittleren Transaktionen ist sie erheblich schwieriger geworden. Trotz der anhaltenden Nachfrage nach Private-Equity-Lösungen für den Mittelstand scheint die Nicht-Finanzierbarkeit von Buy-Outs aufgrund der fehlenden Bereitschaft der Banken Fremdkapital bereitzustellen, den Markt für Firmenübernahmen zu lähmen.

Angesichts der Gesamtmarktentwicklung zeigten sich die Frühphasen-Investitionen dagegen relativ robust. In Seed- und Startup-Engagements wurden 79 Millionen Euro - rund 20 Prozent weniger als im Vorquartal - investiert. Angesichts der Tatsache, dass besonders in diesem Bereich die ersten drei Monate des Jahres traditionell investitionsschwach ausfallen, kann dies als positives Ergebnis gewertet werden.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx