ABB Rekordgewinn beflügelt Aktie

Der schwedisch-schweizerische Elektroriese hat 1999 ein Rekordergebnis erzielt. Am Aktienmarkt wurde das Ergebnis als sehr gut eingestuft. Die Dividende soll um 21 Prozent erhöht werden.

Zürich - Der Gewinn sei im Vergleich zum Vorjahr um 24 Prozent auf das bisher höchste Niveau von 1,6 Milliarden Dollar (rund 3,2 Milliarden Mark) gestiegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Der Umsatz habe um vier Prozent auf 24,68 (Vorjahr: 23,73) Milliarden Dollar zugenommen. Konzernchef Göran Lindahl erklärte, der seit zwei Jahren laufende Umbau, mit dem sich ABB auf besonders wachstumsträchtige Bereiche ausrichte, habe sich ausgezahlt. Auch ohne außerordentliche Verkaufserlöse hätten die Gewinnzahlen Rekordwerte erreicht. Die Dividende soll um 21 Prozent auf drei Schweizer Franken je Aktie erhöht werden.

Auch im laufenden Jahr rechnet Lindahl mit einer Steigerung von Umsatz und Gewinn. Einerseits erholten sich die Märkte weiter, andererseits werde der Konzern laufend effizienter. Zudem verlaufe die Integration der zugekauften Automatisierungsfirma Elsag Bailey schneller als geplant. Um für US-Anleger attraktiver zu werden, wolle ABB die Notierung der Aktie an der New Yorker Börse beantragen und die Rechnungslegung nach der US-Bilanzierung GAAP vornehmen. Aktiver werden wolle der Konzern im Bereich E-Commerce: Ende 2000 sollten 30 Prozent der ABB-Produkte und später deutlich mehr über Internet angeboten werden, sagte Lindahl.

Obwohl ABB immer noch in ansgestammten Industriezweigen wie der Stromübertragung und -verteilung tätig sei, habe der Konzern neue Geschäftsfelder aufgebaut und andere Sparten abgestoßen. Dies sei ein gewichtiger Grund für den Erfolg des Unternehmens, sagte Lindahl. So hat ABB in den letzten zwei Jahren das Bahntechnikgeschäft an DaimlerChrysler verkauft und den Bereich Stromerzeugung in ein Gemeinschaftsunternehmen mit der französischen Alstom eingebracht. Das Kernenergiegeschäft soll im laufenden Jahr an das britische Unternehmen BNFL gehen, wodurch laut Lindahl 500 Million Dollar Umsatz wegfallen. Neu zugekauft hat ABB neben Elsag Bailey einige Service- und Finanzfirmen.

ABB wolle in den Wachstumsgeschäften Stromverteilung, Gebäudetechnik, Finanzdienstleistungen sowie Öl, Gas und Petrochemie weiter wachsen, erklärte Lindahl. Hier kämen auch Übernahmen in Frage. In der Stromübertragung sei ABB bereits so groß, dass wohl nur an Wachstum aus eigener Kraft zu denken sei. Der Bereich Automatisierungstechnik müsse zunächst einmal Elsag Bailey verdauen.

Die Betriebsmarge soll den Angaben zufolge bis zum Jahr 2003 zwölf Prozent erreichen. Gegenwärtig liege diese Kennzahl bei 9,8 Prozent, ohne den Effekt aus Auslagerungen und Verkäufen betrage sie 8,7 Prozent. 1998 hatte sich die Marge auf 7,8 Prozent belaufen.

Wie das Unternehmen weiter mitteilte, hätten alle Konzernsparten einen höheren Betriebserfolg erwirtschaftet und die meisten zeigten stabile oder höhere Umsätze. In den Sparten Stromverteilung, Automatisierungstechnik sowie Öl, Gas und Petrochemie verzeichnete ABB ein Umsatzplus, während in der Gebäudetechnik der Umsatz stagnierte. Einbußen gab es bei der Stromübertragung.

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