Mannesmann Einigung mit Vodafone fast perfekt - Esser verliert

Die größte Übernahme der Wirtschaftsgeschichte ist fast beschlossen. Die Konzernführungen von Vodafone AirTouch und Mannesmann haben sich offenbar auf einen Zusammenschluss geeinigt. Verlierer der Abmachung ist angeblich Mannesmann-Chef Esser.

Düsseldorf - Bei einer Fusion mit Vodafone wird Mannesmann nach Angaben der Nachrichtenagentur "Dow Jones Newswires" nur 49,5 Prozent an dem neuen Unternehmen halten, Vodafone dagegen 50,5 Prozent. Esser werde das Unternehmen verlassen. Bereits am heute nachmittag werde der Mannesmann-Aufsichtsrat über eine freundliche Fusion mit der Vodafone abstimmen und anschließend das Ergebnis veröffentlichen. Ein Mannesmann-Sprecher wollte die Angaben nicht bestätigen.

Vodafone-Chef Chris Gent war bereits am Mittwoch abend gegen 19 Uhr mit einem Privatflugzeug in Düsseldorf gelandet und hatte sich sogleich in die Mannesmann-Zentrale begeben. Gegen 21.30 Uhr verließ er das Gebäude, ohne zur Sache Stellung zu nehmen.

Im Fernsehsender n-tv sagte Gent später, er wolle die Gespräche nicht kommentieren. Die Vermutung, beide Seiten könnten sich auf eine 50-zu-50-Fusion verständigen, verwies er in den Bereich des Unwahrscheinlichen: "Das wäre vielleicht nicht angemessen." Der Vodafone-Manager Tim Brown, der an der Gesprächen teilgenommen hatte, sagte, es sei keine Einigung erzielt worden. Nach dem Interview begab sich Gent wieder in die Mannesmann-Zentrale zurück. Er hatte zuvor erklärte, er könnte später am Abend nochmals mit Mannesmann-Chef Klaus Esser zusammentreffen.

Bereits am Dienstag hatten sich die beiden Unternehmenslenker in Düsseldorf zu einem einstündigen Gespräch getroffen. Die "New York Times" zitierte einen an den Verhandlungen beteiligten Manager mit der Voraussage, es werde noch bis zum Freitag zu einer Einigung kommen.

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