Donnerstag, 14. November 2019

Porsche Aktionäre wollen Wiedeking ans Geld

Geschätzte 77 Millionen Euro hat Porsche-Chef Wendelin Wiedeking für das Geschäftsjahr 2007/08 kassiert. Eine Gruppe von Profiaktionären klagt nun darauf, die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat für das betreffende Jahr für unwirksam zu erklären. Denn Wiedekings Gehalt verstoße gleich doppelt gegen das Aktienrecht.

Streit ums Salär: Kommt der Kontrakt von Porsche-Chef Wiedeking einem Teilgewinnabführungsvertrag gleich?
Hamburg - Porsche-Chef Wendelin Wiedeking muss möglicherweise um seine hohen Gehälter der vergangenen Jahre fürchten. Das folgt aus einer Klage, die im März beim Landgericht Stuttgart einging. Das berichtet das manager magazin in seiner neuen Ausgabe, die ab Freitag (29. Mai) im Handel erhältlich ist.

Die Protagon Capital GmbH aus Berlin beantragt in der Klage, die Entlastung von Porsche-Vorstand und -Aufsichtsrat für das Geschäftsjahr 2007/08 für unwirksam zu erklären.

Die Gefahr für Wiedeking liegt in der Begründung: Protagon, eine Gruppe von Profiaktionären rund um den Berliner Rechtsanwalt Martin Weimann, hält Wiedekings Gehalt nicht nur für sittenwidrig. Es verstoße auch gleich doppelt gegen das Aktienrecht.

Wiedeking hatte für das Jahr 2007/08 offenbar mehr als 77 Millionen Euro kassiert. Dem Lenker von Porsche Börsen-Chart zeigen stehen vertraglich etwa 0,9 Prozent des Vorsteuerergebnisses zu. Erstens falle ein Salär in dieser Höhe nicht mehr in den Ermessensspielraum des Aufsichtsrats, argumentieren die Kläger.

Zweitens komme Wiedekings Kontrakt einem Teilgewinnabführungsvertrag gleich. In der wiedekingschen Variante dürfe über eine solche Klausel nur die Hauptversammlung beschließen. Über den Vertrag jedoch entschied der Aufsichtsrat. Aktienrechtler räumen dem Antrag durchaus Erfolgsaussichten ein.

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