General Motors Wagoner folgt Smith als Konzernchef

Beim weltgrößten Autobauer hat sich das Personalkarussel gedreht. G. Richard Wagoner wird mit Wirkung vom 1. Juni neuer Spitzenmanager und Konzernchef. Sein Vorgänger John F. Smith bleibt Vorsitzender des Verwaltungsrats, Harry Pearce sein Stellvertreter.

Detroit - Wagoner behält auch seinen Präsidententitel. Der 46-jährige war bisher für die Tagesgeschäfte verantwortlich. Dies hat Smith (61) am Mittwoch auf einer Pressekonferenz bekannt gegeben. Der GM-Verwaltungsrat hatte die Umbesetzung am Dienstag entschieden.

Wagoner will die Produkt- und Dienstleistungentwicklung, das Internet-Geschäft sowie die Expansion in Asien vorantreiben und sich auf die GM-Geschäftsergebnisse konzentrieren, kündigte er an.

Wagoner war im Oktober 1998 Präsident des Unternehmens geworden und war damit für die weltweiten Tagesgeschäfte verantwortlich. Er hatte 1977 bei GM begonnen. Nach mehreren Stationen im In- und Ausland wurde er 1991 Chef der brasilianischen GM-Tochter, die er erfolgreich sanierte.

1992 wurde Wagoner GM-Finanzchef, seit 1994 führte er die wichtige US-Sparte. Er baute das Management um und straffte die nordamerikanische Modellpalette. Er gilt als Team-Manager mit einem ausgewogenen Urteilsvermögen und enormen Finanzkenntnissen.

Der 57-jährige Pearce hatte als potenzieller Smith-Nachfolger gegolten, doch erkrankte er an Leukämie. Er hat sich jedoch inzwischen nach intensiven Behandlungen erholt.

Smith hatte sein Amt als General Motors-Spitzenmanager 1992 nach einer Palastrevolution als Nachfolger von Robert Stempel angetreten, nachdem der Autoriese Milliardenverluste erlitten hatte. Smith war 1996 auch zum Leiter des GM-Verwaltungsrates ernannt worden.

Seither hatte er den schwer angeschlagenen weltgrößten Autokonzern saniert und in den letzten Jahren Rekordgewinne erwirtschaftet. General Motors hatte aber in den vergangenen Jahren vor allem in Nordamerika weiter Marktanteile an die in- und ausländischen Konkurrenten verloren.