Mannesmann Aufsichtsrat Schrempp rät zum Kompromiss mit Vodafone

Klaus Esser verliert offenbar den Rückhalt in seinem Aufsichtsrat. Angeblich drängt der Mannesmann-Kontrolleur und DaimlerChrysler-Lenker Jürgen Schrempp den Mannesmann-Chef dazu, sich friedlich mit Vodafone AirTouch zu einigen.

Dies habe Schrempp als Mitglied des Mannesmann-Aufsichtsrats getan, berichtete das "Wall Street Journal" am Mittwoch. Die Zeitung bezieht sich dabei auf Quellen aus dem Umfeld von Mannesmann. Das Blatt mutmaßt, dass auch das Aufsichtsratsmitglied Henning Schulte-Noelle von der Allianz AG Schrempps Initiative unterstützt. Ein Mannesmann-Sprecher bezeichnete die Meldung als "heiße Luft".

Am Dienstagabend sollen sich die 20 Mitglieder des Kontrollgremiums zum zweiten Mal binnen zwei Tagen getroffen haben. Die "FAZ" meldet, dass Esser wohl noch am Mittwoch direkt mit Vodafone-Chef Chris Gent verhandeln wird. Beide Unternehmensbosse hätten ohne Angabe von Gründen wichtige Termine an diesem Tag abgesagt.

Bis einschließlich Donnerstag sei Vodafone noch gesprächsbereit, meldet das "Wall Street Journal" weiter. Wenn bis dahin eine freundliche Übernahme nicht unter Dach und Fach sei, würden die Briten die Verhandlungen abbrechen und die feindliche Akquisition versuchen. Nach wie vor haken die Verhandlungen daran, dass keines der beiden Unternehmen Juniorpartner in dem fusionierten Konzern sein will.

Vodafone dementiert Fusionsgespräche

Vodafone AirTouch hat unterdessen andauernde Spekulationen über Fusionsverhandlungen mit dem Mannesmann-Konzern dementiert. "Es gibt derzeit keine Gespräche zwischen den Unternehmen", sagte Firmensprecher Clarke Richards am Mittwoch. Das Unternehmen sei für Verhandlungen aber immer offen.

Die "Wirtschaftswoche" berichtet dagegen, dass sich die Vorstandschefs Klaus Esser von Mannesmann und Chris Gent von Vodafone getroffen und über eine Fusion unter Gleichen verhandelt hätten. Dabei sollen sich die Positionen deutlich angenähert haben. Der in die Defensive geratene Mannesmann-Konzern hielt sich bedeckt. Unternehmenssprecher Manfred Söhnlein sagte zu den angeblichen Fusionsgesprächen lediglich: "Das kann ich nicht bestätigen".

Esser hatte in der Vergangenheit eine Fusion zwar nicht grundsätzlich ausgeschlossen, aber das Kaufangebot von Vodafone als völlig unzureichend bezeichnet. Statt der 47,2 Prozent müssten die Mannesmann-Aktionäre mindestens mit 58 Prozent an dem gemeinsamen Unternehmen beteiligt werden. Vodafone-Chef Gent hatte die Offerte von 53,7 Vodafone-Aktien für eine Mannesmann-Aktie dagegen großzügig genannt. Für den Fall einer freundschaftlichen Einigung mit Mannesmann stellte er außerdem eine leichte Nachbesserung in Aussicht. Die Umtauschfrist für das Kaufangebot läuft am kommenden Montag (7. Februar) aus.