Steuerhinterziehung Deutsche UBS-Kunden unter Verdacht

Die Staatsanwaltschaft Mannheim hat deutsche Kunden der Schweizer Großbank UBS wegen Steuerhinterziehung ins Visier genommen. Wie viele Anleger betroffen sind, steht noch nicht fest. Die Ermittler haben mittlerweile zudem Verfahren gegen UBS-Banker aus der Filiale der Bank in Stuttgart eingeleitet.

Stuttgart/Mannheim - Deutsche Kunden der Schweizer Großbank UBS  sind ins Visier der Steuerfahndung geraten. "Bei einigen Fällen hat sich der Verdacht der Steuerhinterziehung bestätigt", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Mannheim, Thomas Pfeiffer, am Freitag und bestätigte einen Bericht der "Stuttgarter Nachrichten". Die Behörde ermittelt zudem gegen zwei Bankberater der Stuttgarter UBS-Filiale wegen des Verdachts der Beihilfe. "Der Ausgang dieses Verfahrens ist noch völlig offen", sagte Pfeiffer.

Im Mittelpunkt stehe die Frage, ob die Berater Kunden ermuntert hätten, Bargeld am Finanzamt vorbei in die Schweiz zu schleusen. "Zum jetzigen Zeitpunkt ist das nicht nachweisbar. "Die Ermittlungen wurden im März 2008 durch einen Bericht des ZDF- Magazins "Frontal 21" ausgelöst. Danach sollen UBS-Berater in Baden-Baden und Stuttgart vermögenden Kunden behilflich gewesen sein, ihr Kapital am Fiskus vorbei in die Schweiz zu schleusen.

Es folgten Durchsuchungen der Staatsanwaltschaft Mannheim - zuständig für Wirtschaftsstrafverfahren im Norden des Landes - bei Beratern und Anlegern. Bei der Auswertung der beschlagnahmten Unterlagen habe sich der Verdacht der Steuerhinterziehung in einigen Fällen bestätigt, sagte Pfeiffer.

Angaben zur Zahl der Betroffenen und der Höhe des Schadens wollte er nicht machen. "Der Prozess ist noch im Fluss." Hauptziel der Ermittlungen sei es, die Beratungspraxis der UBS-Berater zu klären. In diesem Punkt sei das Verfahren noch völlig offen. Die Schweizer Großbank UBS gilt als größte Vermögensverwalterin der Welt. In Baden-Württemberg soll sie rund 15 000 meist sehr vermögende Kunden haben.

manager-magazin.de mit Material von dpa