Rekordverlust British Airways streicht Dividende

"Nirgends Zeichen des Aufschwungs" - die britische Fluggesellschaft British Airways hat im abgelaufenen Geschäftsjahr den höchsten Verlust ihrer Geschichte verbucht. Nun soll das Angebot weiter ausgedünnt werden. Die Übernahme von Iberia gerät ins Stocken.

London - Der hohe Ölpreis hat British Airways  (BA) im vergangenen Geschäftsjahr einen Rekordverlust beschert. Bis Ende März sei ein Minus vor Steuern von 401 Millionen Pfund (knapp 460 Millionen Euro) angefallen, teilte das Unternehmen am Freitag in London mit. Unterm Strich blieb ein Verlust von 220 Millionen Pfund übirg.

Das Loch rissen vor allem Treibstoffkosten von drei Milliarden Pfund in die Bilanz. Noch im Vorjahr hatte British Airways einen Rekordgewinn von 922 Millionen Pfund gemacht. Das jetzige Ergebnis ist das schlechteste seit der Privatisierung der Fluggesellschaft im Jahr 1987 und übertrifft zudem die Erwartungen der Airline. Auch das schwache Pfund war für den hohen Verlust verantwortlich.

Der Umsatz stieg im Geschäftsjahr 2008/09 jedoch um fast 3 Prozent auf auf knapp neun Milliarden Pfund. Die Schulden der Airline wuchsen indes auf 2,4 Milliarden Pfund gegenüber 1,3 Milliarden Pfund im Vorjahr. Die Konzernkasse leerte sich um 483 Millionen Pfund auf nahezu unter 1,4 Milliarden Pfund.

Im Winter streicht BA nun seine Kapazitäten um 4 Prozent zusammen. Die Fluglinie bot Mitarbeitern bereits Teilzeitbeschäftigung oder unbezahlten Urlaub an, um die Kosten zu senken. Bereits im vergangenen Jahr hatte BA die Gehälter eingefroren und 2500 Jobs gestrichen. Weitere Stellenstreichungen seien möglich. BA beschäftigt derzeit 40.000 Mitarbeiter.

BA streicht nun auch die Jahresdividende und verzichtet zudem auf einen Ausblick für das laufende Geschäftsjahr. BA-Chef Willie Walsh sagte, er sehe "nirgends Zeichen des Aufschwungs". Das Unternehmen sei wegen der globalen Wirtschaftskrise in dem bisher schwierigsten Handelsumfeld.

Walsh räumte ein, dass die Gespräche mit der spanischen Fluggesellschaft Iberia  über einen Zusammenschluss derzeit schleppend verliefen. Beide Unternehmen konzentrierten sich derzeit auf ihr eigenes Kerngeschäft. Der Ölpreis war im Sommer 2008 auf einem Rekordhoch und hat Fluglinien weltweit in Schwierigkeiten gebracht. Darüber hinaus setzte die Finanzkrise den Unternehmen zu. Im laufenden Jahr rechnet BA wegen des gesunkenen Ölpreises damit, die Treibstoffkosten um 400 Millionen Pfund zu senken.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters