Kreditrating Sorgen um England und die USA

Die Gefahr einer Bonitätsherabstufung Großbritanniens hat auch die Kreditwürdigkeit der USA in den Blickpunkt gerückt. Nachdem die Ratingagentur S&P den Ausblick Großbritanniens wegen explodierender Staatsschulden herabgestuft hatte, sehen Experten auch das Rating für die USA in Gefahr.

New York - Den Vereinigten Staaten könnte in drei bis vier Jahren ein Verlust der Bonitäts-Bestnote bevorstehen, sagte Bill Gross, der Manager des weltgrößten Rentenfonds Pimco Total Return.

Allerdings dürften die Märkte die Probleme vor den Ratingagenturen erkennen, fügte der Fondsmanager von Pacific Investment Management hinzu.

Die Ratingagentur Standard & Poor's hatte zuvor den Ausblick Großbritanniens wegen dessen explodierender Staatsschulden von "stabil" auf "negativ" herabgestuft. Die Staatsverschuldung könne bald 100 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung erreichen und mittelfristig auf diesem Niveau verharren, hieß es zur Begründung. Das sei mit der Bestnote "AAA" kaum vereinbar. Die Abstufung hatte am Donnerstag für einen Kursrutsch an den internationalen Aktienmärkten geführt.

Die Ratingagentur Moody's erklärte, sie stehe zu ihrer Bonitätsnote "AAA" für die Vereinigten Staaten, diese sei aber nicht auf ewig sicher. "Es gibt langfristigen Druck auf das Rating, das ist offensichtlich", sagte Moody's-Analyst Steven Hess. Standard & Poor's verwies auf Anfrage darauf, dass die Agentur im Januar ihre Bestnote für die USA bestätigt habe.

Seinerzeit hieß es in einem Analystenkommentar der Agentur, die Bestätigung erfolge ungeachtet merklich gestiegener Fiskalrisiken; dieser Anstieg sei aber vorübergehend.

manager-magazin.de mit Material von reuters