IWF Finanzstaatssekretär Koch-Weser wird IWF-Chef

Bundeskanzler Schröder hat sein Ziel fast erreicht, einen Deutschen in ein internationales Spitzenamt zu hieven. Sein Kandidat, Caio Koch-Weser, soll nun doch zum Chef des IWF berufen werden.

Düsseldorf - Das berichtet das "Handelsblatt" am Mittwoch unter Berufung auf führende Vertreter von Internationalem Währungsfonds(IWF) und Weltbank sowie auf Regierungs- und Zentralbankkreise berichtet. Der jetzige Finanzstaatssekretär Koch-Weser solle damit zum 16. Februar 2000 Michel Camdessus nachfolgen. Spätestens in der kommenden Woche werde sich die französische Regierung den anderen Mitgliedsländern der Europäischen Union (EU) anschließen, die bereits auf ihrem Gipfeltreffen in Helsinki Unterstützung für den deutschen Kandidaten signalisiert hatten, habe im Berliner Kanzleramt verlautet.

In Paris sei zunächst keine Stellungnahme zu erhalten gewesen, schreibt das Blatt. In US-Regierungskreisen habe es geheißen, US-Präsident Bill Clinton habe nach einem Telefonat mit Bundeskanzler Gerhard Schröder seinen Finanzminister Lawrence Summers, der seit Wochen eine Medienkampagne gegen den deutschen Kandidaten inszeniert habe, um Zurückhaltung gebeten. Clinton wolle damit eine Belastung der amerikanisch-deutschen Bezieheungen vermeiden.

Sobald sich die führenden europäischen Mitgliedstaaten des IWF offiziell auf einen Kandidaten geeinigt hätten, werde Clinton trotz weiter bestehender Bedenken gegen Koch-Weser die Entscheidung der Europäer akzeptieren. Aus IWF- und Weltbank-Kreisen verlautete, auf diese Weise könne eine für alle Beteiligten schädliche Hängepartie vermieden werden, schreibt die Zeitung.