Stresstest Banken wollen Regierungszügel kappen

Der Stresstest der US-Regierung zeigt für die gut bewerteten Banken die erwünschte Wirkung: Gleich mehrere haben sich per Aktienverkauf frisches Kapital besorgt, um sich bald vom Rettungsschirm mit seinen Restriktionen freizukaufen.

New York - Nach den Stresstests haben sich zwei weitere US-Großbanken mit Aktienverkäufen erfolgreich frisches Geld besorgt, um Staatshilfen zurückzuzahlen. Die U.S. Bancorp nahm damit am Dienstag 2,5 Milliarden Dollar ein. Die Bank of New York Mellon erzielte 1,2 Milliarden Dollar und damit 20 Prozent mehr als erwartet. U.S. Bancorp warf 139 Millionen Aktien zu 18 Dollar das Stück auf den Markt, die Konkurrentin 42 Millionen zu 28,75 Dollar.

Die Preise lagen drei Prozent unter den Schlusskursen des Vortages und damit im Rahmen des Üblichen bei solchen Angeboten. Um die Nachfrage zu befriedigen, können die Angebote noch um 15 Prozent ausgeweitet werden.

Als weiteres Institut dürfte BB&T Aktien anbieten, und zwar Kreisen zufolge für 1,5 Milliarden Dollar. Capital One Financial schlug am Montag Anteile für 1,55 Milliarden Dollar los. Alle genannten Institute haben laut Stresstest auch bei einer Verschärfung der Rezession keinen Kapitalbedarf. Sie wollen sich nun von der staatlichen Leine losmachen, denn im Gegenzug für ihre Milliardenhilfen hat die Regierung Auflagen wie eine Beschränkung der Manager-Boni erlassen.

U.S. Bancorp hat aus dem TARP-Programm für die Finanzbranche 6,6 Milliarden Dollar erhalten, Mellon drei Milliarden Dollar, BB&T 3,1 Milliarden Dollar sowie Capital One 3,55 Milliarden Dollar. Bereits am Freitag nahmen Wells Fargo und Morgan Stanley für ihre Aktienangebote 8,6 sowie vier Milliarden Dollar. Sie brauchen das Geld aber zumindest in Teilen, um ihren laut Stresstest unzureichenden Kapitalpuffer zu stärken.

manager-magazin.de mit Material von reuters