Spendenaffäre Weyrauch lehnt eidesstattliche Versicherung ab

Horst Weyrauch hat die Forderung der CDU nach einer eidesstattlichen Erklärung zu seinen jüngsten Angaben abgelehnt. Der langjährige Finanzberater der hessischen und der Bundes-CDU hatte am Sonntag umfassend zu den Geldverschiebungen der Partei Stellung genommen.

Köln - "Alles, was Weyrauch der CDU Hessen gegenüber erklärt hat, ist längst eidesstattlich versichert", sagte Weyrauchs Anwalt Eberhard Kempf am Montag. Offensichtlich hinke die CDU den Ereignissen hinterher.

Weyrauch hatte am Sonntag sein Schweigen gegenüber der Öffentlichkeit gebrochen und in einer vierseitigen Erklärung zu den Geldverschiebungen der CDU Stellung genommen. "Er musste seine Deckung, sein Schweigen verlassen, weil einfach zu viele Vorwürfe auf ihn abgeladen worden waren", sagte Anwalt Kempf. Was Weyrauch allerdings nicht verstehe sei, dass die CDU auf seine Erklärung vom Sonntag mit der Forderung nach Untermauerung seiner Angaben mit einer eidesstattlichen Versicherung reagiert habe.

Weyrauch lehne es ab, eine neue abzugeben, nachdem er bereits den Abschlussbericht zu seiner Tätigkeit für die CDU Hessen eidesstattlich versichert habe. "Und wir stehen im Kontakt mit der CDU im Bund. Dort wird er weitere Erklärungen geben, und er wird diese selbstverständlich, wie es üblich ist in einem Auftrags-, in einem Treuhandverhältnis am Ende auch eidesstattlich versichern", fügte Kempf hinzu. Der Anwalt bejahte die Frage, ob sich Weyrauch von der CDU irgendwie in die Ecke gedrängt fühle.

Schließlich habe er seit November auf alle Anforderungen der Unionspartei hin Angaben gemacht, Konten geliefert und auch Konten von Banken nacherstellen lassen. "Und dann ist es zumindest unangemessen, ihm gegenüber rechtliche Schritte anzudrohen, wo man dieselben Schritte anderen gegenüber meint vermeiden zu sollen", fügte der Rechtsanwalt in Anspielung auf die Haltung der CDU zu ihrem Exvorsitzenden Helmut Kohl hinzu.

Kempf erneuerte die Aussage Weyrauchs, dass dieser nichts über die Herkunft der von ihm auf Schwarzkonten im Ausland angelegten 20,8 Millionen Mark wisse. Diese Transaktion sei die Vorgabe der CDU gewesen, "von welchen Quellen das gespeist wurde, weiß ich nicht", fügte der Anwalt hinzu. Richtig sei auch, dass aus den von Weyrauch verwalteten Summen kein Geld an die CDU-Bundespartei floss. "Das hat auch eine ganz einfache Erklärung: Man wollte seitens des Landesverbandes der CDU die auf Anderkonten liegenden, lagernden Mittel der Bundes-CDU gegenüber nicht ausweisen", sagte Kempf.