Davos "Ohne freien Handel geht es niemand besser"

US-Präsident Bill Clinton plädiert für eine Fortsetzung der festgefahrenen Verhandlungen zur Liberalisierung des Welthandels. Die Entwicklungsländer sollten ihre Widerstände aufgeben.

Davos - US-Präsident Bill Clinton hat die Entwicklungsländer aufgefordert, ihren Widerstand gegen eine neue Runde der Handelsliberalisierung aufzugeben. "Die Vorstellung, dass es uns allen besser gehen würde, wenn wir weniger freien, von Regeln bestimmten Handel hätten, ist von Grund auf falsch", sagte Clinton am Samstag vor Staatschefs, Spitzenmanagern und Wissenschaftlern beim Weltwirtschaftsforum in Davos.

Die Liberalisierungsverhandlungen im Rahmen der Welthandelsorganisation, die im Dezember in Seattle nicht wie geplant aufgenommen wurden, sollten nach Auffassung Clintons schnellstens beginnen. Der Präsident betonte gleichzeitig, dass die USA als ein Land, das von der Globalisierung besonders profitiert habe, sich den daraus resultierenden Verpflichtungen nicht entziehen werde.

Vor Clintons Auftritt hatte es unter den Forums-Teilnehmern in Davos Ärger über die damit verbundenen strengen Sicherheitsmaßnahmen gegeben. Die anwesenden Konzernchefs und Politiker wurden aufgefordert, den Saal wegen einer Sicherheitskontrolle zu verlassen. Die Topmanager, die für ihre Teilnahme am Weltwirtschaftsforum viel Geld bezahlen müssen, quittierten dies mit Pfiffen und Buh-Rufen.

Ebenfalls auf den Weg nach Davos sind am Samstag Angehörige der so genannten Anti-WTO-Koordination, die sich gegen Globalisierungstendenzen wenden. "Wir sind mit Bussen und im Zug unterwegs und im Dorf demonstrieren", sagte Vera Sommer, Sprecherin der Organisation.

"Wir sehen rund um Davos schon seit Tagen potenzielle Demonstranten", sagte der Sprecher der Kantonspolizei Graubünden, Alois Hafner. Die Polizei werde das für Samstag ausgesprochene Demonstrationsverbot in Davos aber nicht um jeden Preis durchsetzen. "Die Polizei provoziert nicht, sondern benimmt sich verhältnismäßig. Wir benehmen uns so wie die Demonstranten."

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