Siemens Belegschaftsaktionäre attackieren Aufsichtsrat

Der radikale Konzernumbau bringt die bislang eher friedfertigen Siemens-Mitarbeiter auf die Barrikaden. Die Belegschaftsaktionäre wollen auf der Hauptversammlung im Februar gegen die Entlastung des Aufsichtsrats stimmen.

München - Mitarbeiterinteressen würden nicht ausreichend berücksichtigt, kritisierte der Verein der Belegschaftsaktionäre "Unsere Aktien" am Freitag. Daher werde man sich auch bei der Entlastung des Vorstands nur enthalten.

Im Inland seien 2000 Stellen abgebaut worden, erklärte der Verein. Durch die Auslagerung vieler Unternehmensbereiche hätten sich die Bedingungen für die davon betroffenen Mitarbeiter verschlechtert. Das seien Belege dafür, dass der Aufsichtsrat seine Rechte zur Beeinflussung der Geschäftsführung nur unzureichend nutze. Wegen der Geschäftspolitik werde sich der Verein auch bei der Entlastung des Vorstands nur enthalten.

Siemens hält seine Hauptversammlung am 24. Februar in München ab. Die Belegschaftsaktionäre wollen auch gegen die Dividendenerhöhung stimmen. Der Vorstand schlägt vor, wegen der gestiegenen Gewinne die Dividende von zuletzt 1,50 Mark auf 1,96 anzuheben. Die Belegschaftsaktionäre kritisierten, dass nicht zugleich die Mitarbeiterbeteiligung erhöht werde.