Volkswagen Marke VW rutscht in die roten Zahlen

Sondereffekte haben Volkswagen im ersten Quartal vor einem Verlust bewahrt. Die Volkswagen-Kernmarke VW rutschte gleichwohl in die roten Zahlen - trotz Abwrackprämie. Im zweiten Quartal werde der Autobauer erneut besser abschneiden als die Konkurrenz, versichert der Vorstand. Im Fall Porsche hält man sich weiter bedeckt.

Hamburg - Volkswagen schneidet nach eigenen Angaben auch im laufenden zweiten Quartal besser ab als die Konkurrenz und erwartet einen operativen Gewinn. Der Konzern gehe für diesen Zeitraum von einem positiven Ergebnis aus, sagte Finanzchef Hans Dieter Pötsch am Mittwoch während einer Telefonkonferenz. Die Höhe des geplanten Gewinns ließ er allerdings offen.

Vertriebschef Detlef Wittig ergänzte, die weltweite Autonachfrage sei im April um rund ein Fünftel eingebrochen. Auch der Absatz von Volkswagen sei geschrumpft, allerdings erneut nicht so stark wie der Gesamtmarkt. Europas größter Autobauer profitiert von der Abwrackprämie in Deutschland und starken Verkäufen in Brasilien und China.

Im ersten Quartal hatte Volkswagen nur dank des Verkaufs seines Lkw-Geschäfts in Brasilien an MAN einen Betriebsgewinn (Ebit) von gut 300 Millionen Euro erzielt. Ohne dieses Geschäft wäre ein Verlust in gleicher Größenordnung entstanden.

Nach den am Mittwoch vorgelegten endgültigen Zahlen geriet die Kernmarke VW zu Jahresanfang mit minus 279 Millionen tief in die roten Zahlen. Vor einem Jahr hatte VW noch einen Betriebsgewinn von fast einer halben Milliarde Euro eingefahren. Für das Minus machte das Unternehmen den weltweiten Absatzrückgang verantwortlich. Zudem schlugen Kosten für Kurzarbeit zu Buche.

Deutlich besser schlug sich der Ingolstädter Schwestermarke Audi , die in den ersten drei Monaten einen operativen Gewinn von 363 (Vorjahreszeitraum: plus 514) Millionen Euro einfuhr. Dagegen verbuchte die spanische VW-Tochter Seat einen operativen Verlust von 145 (plus zwölf) Millionen Euro. Die tschechische Marke Skoda erreichte einen Betriebsgewinn von 28 (plus 182) Millionen Euro. Die ebenfalls zum Konzern gehörende Luxusmarke Bentley, sonst ebenfalls ein Ertragsbringer, machte 52 (plus 39) Millionen Euro Verlust.

VW rechnet nicht damit, 2009 das Ergebnisniveau der Vorjahre zu erreichen. Vorstandschef Martin Winterkorn will das Jahr aber dennoch mit einem Gewinn abschließen. Der Umsatz werde wegen der rückläufigen Verkaufszahlen unter dem des Vorjahres liegen, sagte er.

VW hält sich bei Porsche alle Optionen offen

Zu Spekulationen über eine weitergehende Kooperation mit Haupteigner Porsche  erklärte Finanzchef Pötsch, darüber sei nicht entschieden. Auf Nachfragen wollte er weitere Kooperationen generell nicht ausschließen. Bereits auf der Hauptversammlung vergangene Woche hatte Pötsch gesagt, der Vorstand habe sich in der Vergangenheit damit beschäftigt, wie der Konzern weiterentwickelt werden könne.

Angesichts der hohen Schuldenlast der Konzernmutter Porsche Automobil Holding SE wird vermutet, Volkswagen könne das Sportwagengeschäft seines Großaktionärs übernehmen. Porsche hat dies zurückgewiesen. Porsche hält knapp 51 Prozent an VW und will auf 75 Prozent aufstocken, sobald die wirtschaftlichen Verhältnisse dies zulassen. Allerdings rückt dies wegen der Schuldenlast immer weiter in die Ferne.

Der Kurs der VW-Aktie sank am Mittwoch in der Spitze um bis zu 3,45 Prozent auf Rund 235 Euro, konnte ihre Verluste bis zum Handelsschluss aber eindämmen. "Es ist schon unerfreulich, wenn Europas größter Autokonzern im Endeffekt nur durch Kosteneinsparungen Gewinne machen kann", sagte ein Händler.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa

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