Keine Prognose Allianz erleidet Gewinneinbruch

Nach ersten Eckdaten ist der Gewinn des Allianz-Konzerns im Gegensatz zum Umsatz im ersten Quartal kräftig gefallen. Der Verkauf der Dresdner Bank belastet die Bilanz mit 400 Millionen Euro. Der Konzern wagt weiterhin keine Prognose für 2009. Die Allianz bereitet sich auf eine lange Niedrigzinsphase vor.

München - Der Versicherungskonzern Allianz  hat im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen deutlichen Gewinnrückgang verbucht. Das operative Ergebnis sei nach ersten Berechnungen von 2,2 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum auf 1,3 Milliarden Euro gesunken, teilte das Unternehmen am Mittwoch am Rande der Hauptversammlung in München mit.

Der Umsatz kletterte hingegen von 27,0 auf 27,7 Milliarden Euro. Durch den Verkauf der Dresdner Bank fielen wie angekündigt Belastungen in Höhe von rund 400 Millionen Euro an. Die Allianz hatte den Verkauf der Dresdner Bank an die Commerzbank am 12. Januar abgeschlossen. Der Versicherungskonzern will Details zum Verlauf des ersten Quartals am 13. Mai bekannt geben.

Europas größter Versicherer wagt wegen der Wirtschaftskrise weiterhin keine Prognose für das laufende Jahr. "Unser gesamtes Wirtschaftssystem verändert sich, und ich möchte nichts versprechen, was ich nicht halten kann", sagte Vorstandschef Michael Diekmann laut Redetext am Mittwoch bei der Hauptversammlung in München.

Eine leichte Erholung der Weltwirtschaft erwartet Diekmann erst für den Jahreswechsel 2009/2010. Wie nachhaltig diese Erholung sein werde, hänge allerdings von der Lösung der Bankenprobleme, der Reaktion der US-Wirtschaft und dem Energie- und Ölpreis ab.

Der Abwärtstrend bei den Zinsen wird nach Diekmanns Einschätzung noch in diesem Jahr ein Ende finden. "Mittelfristig gehen wir wieder von einem etwas höheren Geldmarktzins und einem mittelfristigen Kapitalmarktzins von einem bis 2 Prozent über Inflation aus", sagte er. Da die Entwicklung aber auch anders kommen könne, müsse sich der Konzern aber auch auf Extreme wie eine lange Niedrigzinsphase oder eine hohe Inflation vorbereiten.

Lebensversicherte werden wohl Einbußen erleiden

Niedrige Zinsen und eine lange Rezession würden vor allem die Lebensversicherung und deren Kunden treffen. Zwar seien die Kapitalanlagen der europäischen Versicherer in der Regel breit gestreut und in Papieren guter Bonität angelegt. Bei niedrigen Zinsen werde es aber Druck auf Überschussbeteiligungen, Kapitalausstattung und Rentabilität der Lebensversicherer geben, sagte Diekmann.

Auch die Transport-, Industrie- und Kreditversicherung sei von der Rezession betroffen. Der Allianz komme allerdings zugute, dass sie nach der Krise des Jahres 2002 ihre Finanzanlagen wetterfester gemacht habe. Jetzt will der Konzern seine Profitabilität und ihre Kapitalbasis stärken sowie die Abläufe im Konzern weiter vereinfachen.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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