Shell Schwacher Ölpreis, starker Gewinneinbruch

Der britisch-niederländische Mineralölkonzern Royal Dutch Shell hat infolge fallender Ölpreisen und einer schwachen Nachfrage nach Ölprodukten im ersten Quartal einen Ergebnisrückgang verbucht. Die Quartalsdividende will das Unternehmen dennoch anheben.

Den Haag/London - Der Rückgang der Öl- und Gaspreise hat auch beim größten europäischen Ölkonzern Shell die Gewinne stark einbrechen lassen. Sie sanken im ersten Quartal 2009 um 58 Prozent auf 3,3 Milliarden Dollar (2,53 Milliarden Euro), wie das Unternehmen am Mittwoch in Den Haag und London mitteilte. Royal Dutch Shell liegt damit im Trend der Ölbranche: Einen ähnlich starken Einbruch der Gewinne hatte am Vortag der britische Konkurrent BP gemeldet.

Seinen Aktionären will der nach Marktwert zweitgrößte Ölkonzern der Welt für das erste Quartal eine Dividende von 0,42 Dollar je Aktie zahlen. Das entspricht einem Plus von fünf Prozent zum Vorjahr. Shell hatte bereits angekündigt, seine Politik vergleichsweise hoher Dividendenzahlungen ungeachtet der erwarteten Gewinnrückgänge fortzusetzen. Allein 2009 will der Konzern rund zehn Milliarden US- Dollar ausschütten.

"Wir werden weiterhin bedeutende Investitionen tätigen, um die Wirtschaftlichkeit unseres Unternehmens für die Zukunft zu sichern", erklärte der scheidende Konzernchefs Jeroen van der Veer. "Die Rahmenbedingungen für den Industriezweig bleiben eine große Herausforderung und wir konzentrieren uns auf Ausgabendisziplin und Kostensenkung." Im ersten Quartal 2009 habe Shell netto 6,9 Milliarden Dollar investiert.

Die Produktion von Öl und Gas in den Shell-Förderanlagen fiel in den ersten drei Monaten des Jahres um 3,6 Prozent auf durchschnittlich 3,4 Millionen Barrel (159 Liter) pro Tag. Grund war nicht nur die gesunkene Nachfrage, sondern auch, dass neue erschlossene Ölfelder rückläufige Fördermengen in bestehenden Feldern nicht völlig ausgleichen konnten.

Rückgänge verbuchten auch andere Sparten des Konzerns. So gingen die Gewinne der Raffinerien von Shell ebenso zurück wie beim Benzinverkauf und im Bereich der Erdölchemie. Besonders augenfällig war der Rückgang im Vergleich zum ersten Quartal 2008 bei der nur mit hohem Aufwand möglichen Ausbeutung von Ölsanden in Kanada - von 249 Millionen Dollar im Plus auf jetzt 42 Millionen Dollar im Minus.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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