Konjunktur US-Zahlen als Stimmungskiller

Das amerikanische Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im vierten Quartal 1999 im Jahresabstand um 5,8 (Vorquartal 5,7) Prozent und damit stärker als erwartet gestiegen. Analysten rechnen nun mit einer baldigen Anhebung der US-Leitzinsen durch die Fed.

Washington - Ausschlaggebend für das kräftige BIP-Wachstum sei ein weiterer Anstieg der Inlandsnachfrage zum Jahresende und ein starker Ausbau der Lagerbestände im Vorfeld des Jahreswechsels gewesen, teilte das US-Handelsministerium am Freitag mit. Analysten hatten dagegen mit einer leichten Verlangsamung des Wachstums auf 5,3 Prozent im vierten Quartal gerechnet. Analysten erklärten, die Statistik bestätige, dass die Konjunktur in den USA weiter robust sei. Die Fed werde die Zinsen am Mittwoch voraussichtlich um 25 Basispunkte anheben.

Wie das US-Handelsministerium weiter mitteilte, ist die US-Wirtschaft im Gesamtjahr 1999 gegenüber dem Vorjahr um vier Prozent gewachsen nach 4,3 Prozent in 1998. Dies sei der geringste Jahresanstieg seit 1996.

Mitch Stapley von Kent Funds sagte, er rechne nun mit einer Zinsanhebung am nächsten Mittwoch um 25 Basispunkte. Vermutlich werde die Fed dann im Mai die Zinsen um weitere 25 Basispunkte anheben, fügte er hinzu. Steve Ricchiuto von ABN Amro in New York erklärte, er rechne zwar auch mit einem Zinsanstieg um einen viertel Punkt, halte aber eine Anhebung um 50 Basispunkte für besser.