Ericsson Quartalsrekord übertrifft Analysten-Erwartung

Der schwedische Telekomausrüster hat die Analysten positiv überrascht. Ein Rekord im vierten Quartal bescherte Ericsson 1999 ein besseres Ergebnis als erwartet.

Stockholm - Der Vorsteuergewinn 1999 betrug 16,4 Milliarden schwedische Kronen (rund 3,6 Milliarden Mark) nach 18,2 Milliarden Kronen 1998, teilte Ericsson am Freitag mit. Analysten hatten mit einem deutlicheren Rückgang des Vorsteuergewinns auf 15,5 Milliarden Kronen gerechnet. Der Umsatz stieg 1999 den Angaben zufolge auf 215,4 (184,4) Milliarden Kronen. Die Ericsson-Aktie kletterte an der Börse in Frankfurt im Nachmittagshandel rund acht Prozent auf 74 Euro. In Stockholm sprang der Kurs zwischenzeitlich auf ein neues Allzeithoch bei 622 Kronen.

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der schwedische Konzern mit einem Umsatzzuwachs von 20 Prozent und einem bedeutenden Gewinnanstieg - vor allem dank der Ende 1999 neu eingeführten Handy-Modelle. Das Jahr habe mit einem Absatzwachstum um 30 Prozent im ersten Quartal begonnen, teilte Ericsson weiter mit. Ferner werde der Konzernvorstand der kommenden Hauptversammlung einen Aktiensplit im Verhältnis eins zu vier vorschlagen.

Das Ergebnis pro Aktie sank im vergangenen Jahr auf 6,17 (6,66) Kronen. Der Dividendenvorschlag des Unternehmens lautet unverändert zwei Kronen je Aktie. Im vierten Quartal des vergangenen Jahres lag der Vorsteuergewinn mit 8,48 Milliarden Kronen wieder über dem Wert des vierten Quartals 1998 mit 6,11 Milliarden Kronen. Ericsson konnte nach eigenen Angaben im vierten Quartal ein Drittel mehr Mobiltelefone verkaufen als ein Jahr zuvor. Analysten werteten den Quartalsanstieg als sehr positiv. Ericsson bekomme seine Probleme in der Mobilfunksparte in den Griff, hieß es.

Ramqvist zieht sich zurück

Der Chef von Ericsson Lars Ramqvist, kündigte unterdessen seinen Rücktritt an. Er werde sein Amt zu einem späteren Zeitpunkt abgeben, der vom Aufsichtsrat bestimmt werden solle, sagte Ramqvist am Freitag. Der derzeitige Präsident von Ericsson, Kurt Hellstrom, werde voraussichtlich sein Nachfolger werden. "Ich sehe keine andere Option", sagte Ramqvist, der den Vorsitz im vergangenden Jahr übernommen hatte.

Ericsson und TIM entwickeln Handy-Standard fürs Internet

Ebenfalls am Freitag wurde ein Joint Venture öffentlich, das Telecom Italia Mobile (TIM) und Ericsson gegründet haben, um künftige Mobilfunkdienste nach dem GPRS-System zu entwickeln. Der so genannten General Packet Radio Services (GPRS) ist ein Übertragungsstandard, der den Zugang zum Internet direkt vom Handy aus ermöglichen soll. Erste Versuche mit dem Nachfolger des derzeit gültigen europäischen Mobilfunkstandards GSM haben nach Ericsson-angaben bereits begonnen. GPRS ermöglicht, Stimme, Bild und Daten zu integrieren und erlaube die Nutzung des Mobiltelefons als Computer. Angaben zu den Konditionen des Gemeinschaftsunternehmens wurden nicht gemacht.