Spendendebatte Biedenkopf fordert "wirkliche Zäsur" bei CDU

Sachsens Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU) hat seine Partei aufgefordert, sich deutlicher von der Kohl-Ära abzugrenzen. Die CDU müsse eine eigenständige Identität "ohne Übervater" entwickeln.

Leipzig - "Die CDU muss sich nach ihrer langen und großteils sehr erfolgreichen Zeit mit Helmut Kohl erneuern. Sie muss lernen, ohne einen Übervater eine eigenständige Identität zu entwickeln", sagte Biedenkopf, der am Freitag den 70. Geburtstag feiert, der "Leipziger Volkszeitung" (Freitag- Ausgabe). "Wir haben die Ursachen für die Wahlniederlage von 1998 noch nicht aufgearbeitet. Dieses Defizit ist zurzeit ein Teil des Problems." Die Krise sei nur dann eine Chance, wenn sie zu einer wirklichen Selbstreinigung führe. Es komme darauf an, dass die Partei eine "wirkliche Zäsur" vornehme.

Die CDU dürfe sich für die Zukunft nicht nur die Aufgabe stellen, die Regierung wieder zu erlangen, sagte er. Denn Regierungsverantwortung als solche sei kein Ziel. Man müsse auch sagen, was man gestalten wolle, sagte Biedenkopf mit Blick auf die seiner Meinung nach notwendige programmatische Debatte in seiner Partei. Die Gefahr einer Spaltung sehe er nicht, da die CDU in Deutschland sehr tief verwurzelt sei und das Land in den letzten 50 Jahren maßgeblich mitgestaltet habe.

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